14.06.09

o_O

Da ist sie um, die Zeit.

Und es fehlen einige Berichte ueber das unterentwickelte Tonga, den Superbesuch bei Anke und Jojo in Melbourne und meine letzten Tage im Auto. Vielleicht finde ich ja in Seoul am Flughafen ein wenig Ruhe, momentan muss ich noch ein paar Einkaeufe taetigen, mich mit meinen wiedergewonnenen Kilos anfreunden und generell ein wenig runterkommen. Zusammenfassend laesst sich schonmal sagen, dass mir dieses knappe halbe Jahr wie ein paar Wochen vorkam.

Seltsam. new blog: http://komaspanoptikum.blogspot.de/

11.06.09

Melbourne und Kaenguruhs

..oder eher: Anke und Jojo, und natuerlich Mat.

Nach Tonga und mehreren quasi durchwachten Naechten war ich nicht wirklich bereit fuer die Zivilisation, aber Australien passte schon. Zumal ich dann feststellen musste, dass es etwas voellig anderes ist, Freunde irgendwo zu treffen -anfangs war ich wieder ein wenig skeptisch, da meine Stressresistenz in der letzten Zeit entgegen aller Plaene ziemlich abgenommen hat. Aber: No Worries!

Zum Superduperstart hatten die beiden sich sogar frei genommen, mich vom Flughafen abgeholt...ach. war alles super. Eine schoene Wohnung, ein eigenes Zimmer mit einem richtigen Bett...unglaublich. Nach einem Tag Eingewoehnung und ein bisschen City gucken haben wir uns dann am Samstag mit Mat zum Segeln verabredet, schade nur, dass quasi gar kein Wind wehte. Aber die Westen sahen sehr stylisch aus, und immerhin kann ich jetzt sagen, dass ich schon mal segeln war! Und: I got new shoes, nachdem meine alten fast nur noch aus Fetzen bestanden...

Am Sonntag (Montag war Queen's Birthday, daher ein langes Wochenende) sind wir dann zu viert zu Wilsons Promonotory (oder so aehnlich, sagen wir einfach: Prom) gefahren, einem Nationalpark in der Naehe von Melbourne- zumindest fuer australische Verhaeltnisse. Ziemlich cool, weisse Traumstraende vor riesigen Felsbouldern, ein Strand (Squeaky Bay) quietschte sogar...wirklich schoen, ich glaube ich lade hier im Anschluss noch ein paar Bilder hoch, der Vollstaendigkeit halber. Oh, und ein Wombat sass am Strassenrand! Die Nacht haben wir dann in einem Motel verbracht, was sich jetzt ziemlich porno anhoert, aber tatsaechlich okay war, natuerlich nur nach einer riesigen Portion traditionellem Chicken Parmagiana.

Der zweite Tag war leider kompletto verregnet, sodass es nichts mit der Gipfelbesteigung war, dafuer haben wir einen Mini-Offroad-Trip mit Anke und Jojos genialem 4wheeljeep unternommen und gesehen: EIN KAENGURUH! Und ich bin ausgestiegen und ziemlich nah rangegangen, dann war ich mir leider nicht mehr sicher, ob sie denn nun Angriffs- oder Fluchttiere sind, und hab sicherheitshalber etwas Abstand gehalten....

Naja, und den Rest der Zeit haben wir ziemlich gechillt verbracht, was mir persoenlich sehr gut getan hat. Auf jeden Fall vielen Dank an das weltbeste Gastgeberpaerchen! Und ich komme bestimmt nochmal wieder, auch wenn die Dimensionen Australiens schon abschreckend sind.

27.05.09

I'm leaving on a jetplane


..und ich bin ziemlich froh, dass ich lebendig und in Te Puke bin, und mit einem regulaeren Bus nachher nach Auckland zum Flughafen fahre. Die Animositateten der letzten Tage sind zwar nicht ganz vergessen, aber heute morgen war ich doch ein wenig traurig, da ich nicht nur furchtbare, sondern auch ziemlich viele furchtbar nette Menschen hier getroffen habe, die mir auch fehlen werden. Selbst Robert und Sue sind noch vorbeigekommen, um sich zu verabschieden..nunja, meine Traenen sind getrocknet.


Da mein Bus erst nachmittags faehrt, blieb also nur noch die Frage, wie ich nach Te Puke kommen sollte, da alle in irgendeinem Orchard waren. Jenny konnte mich nicht bringen, hitchen wollte ich nicht, da bot sich Eine Gehirnzelle Auf Zwei Beinen Ashton (oder auch Ashley) an, mich in die Stadt zu fahren, nettes Angebot, also habe ich dankend angenommen. Nach ca. 200 m regten sich erste Zweifel, ob das meinerseits so schlau gewesen ist, denn Ashton stellte sich auch noch als unglaublich schlechter Autofahrer heraus, der meine dezenten Hinweise mit den Worten "You're German, you don't mind if I"m driving fast" niederschlug.



Im Laufe der naechsten 5 Minuten stellte sich dann heraus, dass er eben gefeuert worden war, da er gestern tripping weed geraucht hatte und Schlaftabletten nehmen musste, um "runterzukommen", und dementsprechend mal wieder verpennt hatte. Dann erzaehlte er mir begeistert von seiner Karriere als Rennfahrer in illegalen Autorennen in Auckland, als ploetzlich direkt vor mir, also auf der Beifahrerseite, eine Flasche in die Windschutzscheibe einschlug.


Ich hatte ca. 1 Sekunde Zeit mich zu freuen, noch am Leben zu sein, da die Flasche nicht durchging, dann schleuderte Ashton das Auto herum und drueckte das Gaspedal durch, um die "Motherfucker" zu jagen, die die Flasche geschleudert hatten.



Ich habe ziemlich viel geschrieen und fast geheult, bis der Idiot sich wieder beruhigt hatte und angehalten hat. Soviel dann dazu, dass es sicherer ist, mit Leuten zu fahren, die man kennt. Ich lobe mir meinen Bus, freue mich des Lebens (tatsaechlich!), habe auch seit gestern ungebrochen gute Laune, zumal Sarah ebenfalls einen Flug nach Tonga gebucht hat und wir ein paar Tage zusammen Urlaub machen koennen! Yeha! Und tatsaechlich, ich werde schon ein paar der Menschen hier vermissen...trotz all meiner Wut. Ich melde mich, bis dahin!

24.05.09

noch maximal zweimal schlafen...

...und ich kann Te Puke hinter mir lassen. Die letzte Woche war gut, was die Kiwis betrifft, die Sonne schien, wir haben einigermassen regelmaessig geerntet und dementsprechend zum ersten Mal ein wenig Geld verdient. Dennoch an dieser Stelle ein grosses Dankeschoen nach Deutschland fuer die Finanzspritze, die ich sehr gut gebrauchen kann, denn ich werde vermutlich schon morgen oder spaetetstens uebermorgen von hier verschwinden, nicht nur, weil es wieder einmal in Stroemen regnet und es nicht nach Besserung aussieht.

Ich habe vor einiger Zeit einmal gesagt, dass ich die Brasilianer alle sehr nett und herzlich finde. Leider - und mir ist bewusst, dass ich hier pauschalisieren koennte -gibt es auch ein paar negative Charakterzuege, zu denen vor allem eine Tendenz zum hinterhaeltigen konflikte-zuspitzen und anschliessenden Konfrontationen aus dem Weg zu gehen zaehlen.

Gestern, nach einer guten Woche, in einem perfekten Orchard, haben die Brasilianer mal wieder sehr langsam gearbeitet, nicht nur aufgrund exzessiven Cannabiskonsums. Und wir deutschen -ja, wir stehen leider in solch einer Nationalitatenopposition, da unsere Gang nicht sehr durchmischt ist - haben am Ende des Tages gesagt, dass wir das nicht verstehen koennen und es vor allem unfair finden, da wir uns letztlich auch fuer deren Lohn den Ruecken zerstoeren- woraufhin dann Leo vollkommen ausgerastet ist, ich habe echt ein wenig Angst bekommen. All das mal wieder vollkommen aus dem Nichts heraus, weil die Kommunikation ja leider nicht funktioniert. Zu guter Letzt haben wir dann auch noch herausgefunden, dass diese Idioten absichtlich langsam arbeiten und ihre Koerbe in die Wagen der anderen Gangs entleeren, um uns zu aergern. Aus purer Bosheit. Und dabei sind sie diejenigen, die am lautesten schreien, wenn es um den ach-so-teuren lebensunterhalt in NZ geht.

Das war der letzte Tropfen. Ich werde kein Wort mehr mit ihnen wechseln, die Stimmung hier im Big Brother Haus ist mies wie nie zuvor, und mir tun nur die Leute leid, die hier noch laenger bleiben muessen und mit diesen kindischen Schwachmaten zusammenarbeiten muessen. Ich denke, ich werde stattdessen vor meinem Urlaub noch eine kleine Auszeit nehmen.

19.05.09

eine Woche Sonnenschein

ist das, was ich brauche, damit ich nicht mit meinem Zelt nach Tonga fahren muss. Ich habe auch die Befuerchtung, dass in den letzten zwei Wochen der Saison, in denen ich schoen Urlaub mache, alles gepflueckt wird, aber das konnte ja keiner ahnen. Meine Laune schwankt hin und her, ich mag die Leute immer noch sehr gerne, natuerlich auch mit kleinen Ausnahmen, ich lerne hier zumindest in interkultureller und zwischenmenschlicher Hinsicht eine ganze Menge, habe viel zu lachen und ein Bett. So lassen sich vielleicht die positiven Aspekte zusammenfassen. Das Kiwifruitpfluecken lukrativ ist, kann ich aber nun leider ganz und gar nicht bestaetigen.

in 7 Tagen muss ich mich also von Te Puke und den Menschen hier trennen, wobei mir wohl vor allem Dianah echt fehlen wird, aber so ist das nunmal. Dafuer: sehe ich Tonga. Da Geographie ja nun nicht jedermanns Staerke ist, hier ein bisschen Info -was auch meine Laune steigern wird. Die Quelle ist natuerlich Wikipedia :)

Das Königreich Tonga (tongaisch: Puleʻanga Fakatuʻi ʻo Tonga, englisch: Kingdom of Tonga) ist ein Inselstaat im Südpazifik. Der Archipel umfasst die 169 früher auch Freundschaftsinseln (englisch: The Friendly Islands) genannten Tongainseln, von denen nur 36 bewohnt sind, sowie die beiden Minerva-Riffe. Tonga ist der einzige Staat in Ozeanien, der nie von Europäern kolonialisiert wurde.


Und: es ist zwar Winter in Tonga, dafuer aber trotzdem warm! So! Wuenscht mir trockenes Wetter in den naechsten Tagen!

12.05.09

frustrating...

http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&objectid=10571661

und so weiter. ich denke, dass der winter hier wohl eher regenzeit ist! Bis bald!

10.05.09

Picknick

Heute: schien die Sonne, was eine grosse Ausnahme ist, denn der Winter scheint hier in NZ monsunartig zu sein. Statt nun aber die Zeit zu nutzen, um ein paar Kiwis zu ernten, haben wir in der Sonne rumgesessen und gewartet und gewartet. Gegen 12 sind wir dann zum Orchard gefahren, mit 5 Autos, 25 Leuten und 2 LKW's. Der Orchard war auch nur geschmeidige 90 Minuten mit dem Auto entfernt, logisch also, so spaet loszufahren, da man ja wirklich lange, bis ca 16.30 Uhr, arbeiten kann, da es mittlerweile sehr frueh dunkel wird.

Als wir dann endlich ankamen, fing es natuerlich an zu regnen, dann wurde noch eine Stunde diskutiert, ob die Fruechte noch trocknen, was natuerlich nicht der Fall war, und dann sind wir wieder zurueckgefahren, sodass ich gegen halb 4 wieder auf der Farm war. Die Traktoren sind nun natuerlich noch in Opotiki, was genial ist. Fuer den Fall, dass es nun morgen hier gutes Wetter gibt, koennen wir leider nichts schaffen, da keine Maschinen da sind. Wenn ich reich werden wollte, wuerde ich nach NZ auswandern und ins Kiwigeschaeft einsteigen, ich wuerde ohne Konkurrenz sein, da ich ein bisschen nachdenken kann. Und Dinge organisieren.

Immerhin haben wir von der letzten Farm viele Avocados behalten, mit denen sich leckere Picknickbrote machen lassen, und ich bin mit meinen Lieblingstraktorfahrern im Auto gefahren, die mit mir die Scenic Route entlanggekurvt sind und noch ein paar Fotostops eingeschoben haben, denn das Wetter war nachher natuerlich wieder schoen - so wie immer.

Bin mit Dianah im Anschlusssogar noch in den mittlerweile doch recht kuehlen Pazifik gesprungen, hab es aber nur 5 Minuten im Wasser ausgehalten. Und ich habe Treibholz gefunden. Und mir Bier gekauft. Das werde ich jetzt trinken. Organisierte Gruesse!

09.05.09

Staying in line...staying in line...ah ah ahhh ahhhh

...staying in liiiine, singen wir den ganzen Tag vor und hin, waehrend wir Kiwis pfluecken, gruene und gelbe und goldene und grosse und kleine und schrumpelige und...ach, diese ganzen Reize, die mich tagteaglich ueberfluten. Die Arbeit waere okay, wenn nicht immer wieder die mangelnde Organisationsfaehigkeit der Kiwis stoerend auffallen wuerde: Mal sind keine Traktoren da, mal keine bins, und seit zwei Tagen arbeiten wir in einer Riesengruppe von 21 Leuten, von denen 12 neu angefangen haben, stehen uns gegenseitig auf den Fuessen herum, streiten uns konstant, und haben generell wenig gute Laune - alles nur, weil ein Trecker nicht repapriert wird. Es ist schon ein wenig unfair uns gegenueber, die wir schon seit langer Zeit hier ausharren, um zu arbeiten, und unsere eigenen Kaempfe um Systematik und so schon lange gefcohten haben, nun wieder mit den Leuten hier arbeiten zu muessebn, die nicht nur langsam, sondern auch noch daemlich sind. Aber: ich rege mnich offiziell nicht mehr auf, versuche auch nicht mehr, irgendetwas zu organisieren, weil ich sonst direkt wieder angekackt werde, und sage mir den ganzen Tagen "It's only kiwifruit". Aergerlich nur, dass es dabei halt auch um eine Menge Geld geht.

Die erfreulicheren Dinge sind unsere unglaublich netten, menschlichen Treckerfahrer, Robert und Craig, die ich beide ueber alles liebe. Sie sind beide zwischen 40 und 50 und einfach wahnsinnig tolle Menschen, die mich ueber jeden Tag retten. Also geht's mir eigentlich gut. Auchw erde ich gelegentlich fuer eineBritin gehalten, oder fuer einen Pom, wie man hier so sagt. Das schmneichelt natuerlich auch dem Ego. Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten: Es regnet immer, zwischendurch arbeiten wir mal, gestern war ich mit den beiden anderen Deutschen in Rotorua, dort regnete es auch...so ist das halt. Immerhin bekomme ich Oberarmmuskeln und werde wie ein cookiegesaettigter Hulk nach Deuthscland zurueckkehren - ich hoffe, ihr freut euch schon!

29.04.09

...


ich weiss, ich weiss. Ich noele momentan ziemlich viel rum, aber die Situation ist auch tatsaechlich nicht besonders angenehm: erst waren die Kiwis nicht reif und wir hatten frei, mit grandiosem Wetter, jetzt sind die Kiwis reif, aber das Wetter spielt nicht mit, denn es regnet in Stroemen, und dann kann leider nicht gepflueckt werden. Seit ueber 10 Tagen. Kann keiner was dafuer, und wir sitzen hier alle im gleichen Boot, worker, contractor, orchard-besitzer und packhouses, aber: Ich bin seit drei Wochen in diesem Kaff, ahbe nur ca. 200 $ verdient, was noch nichtmal ansatzweise meine Ausgaben ausgleicht, habe Fluege gebucht fuer in ca. 25 Tagen, und wenn das Wetter so bleibt, werde ich noch nicht mal genug verdient haben, um mir diesen Urlaub dann auch wirklich enjtspannt leisten zu koennen. Und das geht hier allen so, deswegen ist die Stimmung im Keller. Die wenigen Stunden, die wir bislang pfluecken konnten, waren im uebrigen anstrengend, aber nicht so toedlich wie angenommen. Ich bin recht schnell, was auch wieder negativ ist: Das perfide 'wir-arbeiten-im-team-system' hat mich somit voll erwischt, da ich zu den 5 leuten im team gehoere, die doppelt so schnell arbeiten wie die restlichen 8, aber, da der lohn durch 13 geteilt wird, trotzdem einen miserablen stundenlohn haben. da bleiben spannungen nicht aus, und sosehr ich auch versuche, es den leuten nicht persoenlich anzukreiden, aergert es mich schon, denn es ist ein unterschied, ob ich 10 oder 20$ die stunde verdiene, vor allem, wenn ich dafuer schwitze und andere nicht so sehr.


zu etwas erfreulichem: Daniel ist Friseur, und die Tage hatten wir eine stundenlange Haarschneide-und-Foehnfrisur-Session im Trailer. Als Ergebnis hatte ich einen Tag lang glatte Haare! :) Ich hoffe nun einfach auf baldiges, bestaendiges gutes Wetter, motivierte Picker und eine bessere Grundstimmung.

25.04.09

hrrmpf

Ich sterbe bald vor Langeweile. 2 Tage Arbeit, und jetzt regnet es schon wieder. Wir koennen nicht pfluecken. Hier meine Adresse, an die ihr gerne Schokolade schicken koennt:

c/o BOP Horticulture
25 wilson road north
Te Puke, Bay of Plenty, 3186

Bis bald, mit besserer Laune!

19.04.09

Jetset im Big Brother Haus

Ja, es verdichten sich die Hinweise, dass wir tatsaechlich im aktuellen neuseelaendischen BigBrotherHaus leben koennten, umgeben von geheimen Kameras und portugisieschen Muttersprachlern, die die Gespraeche meiner brasilianischen Freunde uebersetzen und untertiteln. Nicht nur werden uns nach und nach unsere Unterhaltungsgegenstaende weggenommen, sondern auch die Ausreden, warum wir denn immer noch nicht arbeiten koennen, werden fadenscheiniger. Unsere Stimmung steigt aber nichtsdestotrotz, wir moegen uns, wir brauchen keinen Fernseher, wir brauchen keinen Wasserkocher, und die Tatsache, dass nach und nach nicht nur Dinge, sondern auch Personen verschwinden passt voll und ganz ins Bild. Es gibt schon tausende von Plaenen, wie wir auch ohne Arbeit und Geld ueberleben koennen, kein Problem auf einer Farm mitten im Nichts! Immerhin kann man so seiner Fantasie freien Lauf lassen...

Ich habe derweil selber mit Hilfe meiner Loewenkreditkarte ein paar Plaene geschmiedet, die das Umbuchen und Buchen von Fluegen betreffen, mit dem Resultat, dass ich zum Hurricane gehen werde. Und nach Tonga fliege, fuer eine Woche. Und nach Melbourne, fuer 6 Tage. That's enough to keep me going! Und, psst: Es heisst, dass morgen die Arbeit losgeht. Wenn es nicht regnet. Ich denke, dass heute nacht wieder Menschen verschwinden!

17.04.09

no time for nothing




Immer werd ich gestresst! deswegen auch nur ein kurzer Eintrag aus dem Land der Kiwis, in dem die Sonne immer scheint - so zumindest fuehle ich mich. Wir warten immer noch auf den Zuckergehalt der Kiwis und haengen dementsprechend den ganzen Tag auf unserer Farm herum, versuchen Arbeitsgenehmigungen zu bekommen (manchmal bin ich froh, aus Deutschland zu sein!), oder verbringen die Zeit an einem der wirklich genialen Straende hier, wenn wir nicht wieder den Tag damit verschwenden, das Surfbrett durch die gegend zu fahren, weil gerade keine Wellen zu finden sind. Die Sonne scheint tatsaechlich fast immer, und das Wetter ist IMMEr noch hochsommerlich.
Die Leute auf unserer kleinen Farm sind alle toll, und seitdem ich auch eine Australierin als Mitbewohnerin habe, wird mein Englisch auch besser - und die Brasilianer lernen alle fleissig. Und unterrichten macht mir Spass! Also, insgesamt geht's mir bestens, und morgen geht das Pfluecken vielleicht los.

12.04.09

Happy Easter!

..obwohl ich von Ostern hier nicht mehr mitbekomme, als dass sich meine chilenische Kollegin bzw. Mitbewohnerin am Freitag weigerte, Alkohol zu trinken und mir ein Stueck Fisch aufgeschwatzt hat. War aber lecker.

Ich bin hier, wie schon des oefteren erwaehnt, mitten im Nichts, um genau zu sein ca. 7 km von Maketu weg, das als Ort aber nicht zaehlt, da es nur einen Tante Emma-Laden und ca. 5 Haeuser gibt. Das liegt dann neben Papamoa, neben Te Puke, neben Mt Maunganui, neben Tauranga. Und das ist, unbekannterweise, die 6.groesste Stadt Neuseelands.

Ich werde hier wahrscheinlich ab morgen Kiwis ernten, die Sonne knallt seit Tagen vom Himmel und beschert uns nochmal hochsommerliche Temperaturen, sodass die Freuchte bald den erwuenschten Zuckergehalt haben duerften. Viel mehr als Kiwis ernten kann man hier auch nicht, es gibt: Strand und Kiwis. Ich wohne hier in einem Trailer auf der Farm, mit einer Horde Brasilianer und Chilenen, alle sehr lieb und nett, aber mir ist schon ein bisschen langweilig, da sie fast kein Englisch sprechen. Vielleicht sollte ich zum Zeitvertreib mit Spanisch anfangen, Portugiesisch verstehe ich einfach nicht. Als Sprache, meine ich. Eine seltsame Sprache.

Mein Sprachvermoegen ist auch ziemlich erschoepft, da ich eben bis Te Puke laufen musste, um einen Computer zu finden. Und die hier zu findenden 5 Computer verlangen horrend viele Muenzen, um zu funktionieren. Ich bin jedenfalls froh, wenn die Arbeit losgeht, da ich gerade ein wenig auf dem Trockenen sitze, Gerald schuldet mir noch knapp 300 $ Lohn und reagiert nicht,. sodass ich langsam Panik bekomme, und meine Deutsche Bank-Karte wird immer wieder mit den Worten 'insufficient funds' ausgespuckt. Ich weiss nicht genau, WAS da los ist, aber es bereitet mir schon ein bisschen Sorgen. Aber noch funktioniert ja meine Kreditkarte...

Ihr seht, es passiert nicht wirklich viel. Ich werde mich MItte der Woche hoffentlich nochmal melden, wenn ich denn eine Entscheidung bezueglich Referendariat getroffen habe - ich ueberlege tatsaechlich, in den sauren Apfel namens Bocholt zu beissen, um so viell in Muenster und bei Martin bleiben zu koennen, aber...aber...Bocholt. Uargh. Und die Alternativen sind auch nicht viel prickelnder. Vielleicht werde ich ja in Berlin angenommen, das waere schoener! Geniesst die restlichen Feiertage und das schoene Osterwetter, und bis bald.

09.04.09

Help! I'm stuck up a flagpole!

Habe mich noch vor ein paar Tagen lauthals ueber NZs Zeitungen lustig gemacht, mein Gespraechspartner zog dann auch den Schluss, dass es hier frontpagewuerdig ist, wenn eine Katze auf einem Baum sitzt und nicht runterkommt. Gestern sah ich dann die Titelseite, mit ZWEI Fotos und der brandheissen Mitteilung, dass eine Katze auf einem Flaggenmast festsass. Ich weiss nicht, ob der Umstand, dass es sich um einen Flaggenmast handelt, mehr Titelblattberechtigung mit sich bringt...aber ich musste doch herzlich lachen. Bei Gelegenheit werde ich dann auch dieses Foto hochladen.

Ich bin mittlerweile fast wieder auf der Hoehe von Auckland angekommen, und irgendwie stehen viele Zeichen auf Abschied, obwohl ich doch noch ein wenig Zeit habe. Hier in Tauranga ist es nicht wirklich schoen, aber vielleicht leide ich auch unter verzerrter Wahrnehmung: Ich vermisse die Berge ganz unglaublich, und schien mir die Nordinsel bei meienr Ankunft noch wunderschoen zu sein, weiss ich nun, dass die Suedinsel tausendmal schoener ist. Ich habe auch schond en Vorschlag gehoert, die Nordinsel abzuriegeln, dort alle Leute zum arbeiten leben zu lassen, und den Sueden unebruehrt von der Industrie zu lassen. Fuer mich hatte das allerdings ein bisschen was von 'Baut eine Mauer'.

Ich sucher gerade nach einem Job und muss morgen in die Mitte von nirgendwo, in der Naehe von Te Puke, fahren, und koennte dort wahrscheinlich als Kiwipflueckerin anfangen. Ab naechste Woche. Hier im Hostel ist es ganz nett, aber, da das legendaere 'Booze and Blues" Festival ansteht, sind alle Betten ausgebucht und ich werde zum Osterwochenende wohl nicht am kollektiven Trinken und Blueshoeren teilnehmen koennen. Nicht dass ich Blues sonderlich moegen wuerde!

Es sieht also ganz so aus, dass ich bald auch auf meinem persoenlichen Flaggenmast festsitzen werde, vor allem weiss ich nicht, wie's mit dem Internet aussieht. Deswegen verabschiede ich mich jetzt schon mal fuer eine gewisse Zeit...wenigstens habe ich dann hoffentlich eine Art feste Adresse. Drueckt mir mal die DAumen, dass es klappt, denn entgegen aller Mitteilungen sieht die Jobsituation hier nicht allzu rosig aus!

06.04.09

Oops...I did it again...

oder so. Bin jedenfalls ein bisschen durch den Nordteil der Suedinsel durchgeheizt und nun wieder in Wellington gelandet, mit dem leicht flauen Gefuehl im Magen, dass damit mein Urlaub an sich vorbei ist, da der Norden landschaftlich mit dem Sueden nicht mithalten kann. Und ich auch ueber die Haelfte meiner Zeit hier rum habe...strange.

Deswegen eine kurze Rekapitulation der letzten Zeit: Arthur's Pass hat sich sehr gelohnt, ich bin zwar nur 2 Naechte anstatt der geplanten drei geblieben, weil ich tatsaechlich alles, was im naeheren Umkreis zu laufen war, gelaufen bin, aber das war sehr schoen. An den Avalanche Peak habe ich mich am ersten Tag nicht getraut, da ich dachte, von 11.30 Uhr bis zur DAemmerung koennte es knapp werden, und so bin ich auf diversen anderen angeblichen 'Halbtageswanderungen' herumgelatscht, allerdings immer eine gute Stunde unter der angegebenen Zeit, sodasss ich nachher 4 Stueck gelaufen habe. Am naechsten Tag war es leider bewoelkt, aber ich habe mich dann doch frueh aufgerafft, um die Herausforderung 'steep, demanding, dangerous und above average fitness' anzunehmen. Ich weiss nicht, ob es an den vielen Daywalks liegt, die ich in letzter Zeit gemacht habe, oder an den kletteruebungen mit Rucksack, aber: ich fand den Avalanche Peak nicht uebermaessig anstrengend, sondern durchaus ok. Auf dem Gipfel konnte ich zwar nicht viel sehen wegen der Wolken, aber es hat trotzdem Spass gemacht- und ich habe statt der angegebenen 6-8 Stunden nur knapp 5 gebraucht, und im Anschluss noch einen weiteren kleinen Walk gemacht. Schoen!

Christchurch hat mir auch sehr gut gefallen, mein Hostel war super, die Leute nett, wenn auch zu viele Deutsche, und die Stadt sehr entspannt im Sonnenschein. Ich bin dann auch vier Naechte geblieben, habe mich mit Gitte getroffen, eine unfreiwillige Tagestour mit dem mountainbike gemacht - hier: Bloc party, weiss den Titel nicht, aber der refrain klang mir die ganze Zeit im Ohr: 'Let's go to Brighton on the weekend..." - Ich war auch in New Brighton, und Lyttelton, allerdings hat mir meine Karte nicht gezeigt, dass der einzige Weg mit dem Rad ueber zwei passstrassen fuehrt - 4 oder 5 k hoch, aber auch wieder hinunter.

DAnn war ich in Kaikoura, landhscftalich schoen, aber recht langweilig, wenn man keine Ambitionen hat, mit Delphinen zu schwimmen, dann in Blenheim, wo ich nach einem Job gucken wollte, aber am Samstag nachmittag ankam - und mein unsympathischer Eindruck vom letzten Mal hat sich verfesdtigt, sodass ich jetzt, irgendwie, unueberlegt und mit ein bisschen bedauern, wieder hier bin. Die Sonne hoerte uebrigens puenktlich auf der Mitte der Strait auf zu scheinen. Und ich habe einen Pandasonnenbrand von der Suedinsel mitgebracht, da ich die letzte Woche nur in der Sonne war, aber auch nur mit Sonnenbrille. Und ich habe das Gefuehl, dass das hier ein wirklich wirrer, unschoener Eintrag ist. Ich fuehle mich auch ein bisschen wirr, vor allem die Muenster-Geschichte bereitet mir sehr viel Kopfzerbrechen. Ich werde nicht nach Bocholt gehen! Niemals! und ich finde es ein Unding, dass dieses beschissene Verteilungsverfahren Paare auseinanderreist und einen in einer bestimmt ohnehin schon schwierigen Zeit in irgendwelche Scheissorte ohne jegliche Anbindung verteilt. Da kann man ja keinen Spass an seiner Arbeit haben!

01.04.09

Kawumm

Eigentlich sollte ein schoener, langer Eintrag nach meiner Zeit in Arthur's Pass folgen, ich habe aber den Fehler begangen, mich in das Sevon-Formular einzutragen (Seminareinstellungsverfahren online).

Aus irgendeinem mir nicht bekannten Grund sind zwar ueberall sonst Seminarplaetze zu bekommen, Muenster wird aber gar nicht angeboten. Damit sind meine sorgfaeltig vorbereiteten Zukunftsplaene gerade etwas im Arsch. Vielleicht bleib ich ja doch hier. Ich werde jetzt erstmal mit M. telefonieren und dann - schauen. Wie immer. Kann man ja nichts machen.

Ich kann nur sagen, dass sich meine Wiedersehensfreude oder wie man das auch nennen mag schon verringert, wenn ich davon ausgehen muss, in Detmold oder Engelskirchen zu landen.

28.03.09

ChrCh und Lake Tekapo


Bitte, bitte, wenn irgendjemand von euch mal nach Neuseeland kommt: Bleibt auf gar keinen Fall eine Nacht in Lake Tekapo. Und noch viel weniger eine zweite Nacht! Der Busfahrer sprach so voller Begeisterung von diesem schoenen Ort, dass ich spontan zwei Naechte im Holiday Park buchte (bei dem man auch noch fuer die Duschen extra zahlen muss). Es gibt dort einen See. Lake Tekapo. Der ist ziemlich unnatuerlich blau, wegen dem Felsmehl der Gletscher. Ansonsten liegt der Ort in einer Ebene. Dem McKenzie-Country. Diese Ebene ist grau. Oder braun. In der Ferne sieht man die Southern Alps, und wenn man auf den einzigen Huegel steigt, auf dem ein observatory steht, sieht man noch besser, in welcher Einoede man sich befindet. Diese Tour dauert - mit extralangem Umweg - ca. 2 Stunden. Danach: gibt es nichts zu tun. Man kann sich Schokolade kaufen. Und ein Buch lesen. Und sich selbst leid tun, vor allem, wenn man eine zweite Nacht bleibt und nicht mehr umbuchen kann. Man kann auch Plaene machen, am naechsten Morgen fuer eine Tagestour zum Mt Cook zu hitchen, wobei dieser 2,5 Autostunden one way entfernt ist. Wenn es am naechsten Morgen dann stuermt und regnet, kann man auch einfach im Zelt liegenbleiben. Und ausharren, bis einen der ploetzlich liebgewonnene MagicBus mit nach Christchurch nimmt. DA bin ich gerade. Morgen treffe ich Gitte, und ansonsten muss ich mal schauen, ich muss bald mal wieder ordentlich mit Leuten reden, sonst werde ich wahnsinnig.
Eine gute Neuigkeit: Einstellungstermin ist der 2.9. !

26.03.09

They paved Paradise and put up a Parking Lot











Counting Crows diesmal, und nicht nur, weil es meine Stimmung nach meinem Abschied aus QT ganz gut beschreibt, sondern weil es auch gleichzeitig der Titel einer oekokritischen Ausstellung in Dunedin war, in die ich - alleine wegen des Titels- gehen musste.

Auf Dunedin hatte ich mich gefreut, ich musste aber erst die MagicBus Fahrt ueberleben. So praktisch dieses Ticket ist, so oft habe ich mir schon gewuenscht, es nicht gekauft zu haben, die Fahrten sind unertraeglich. Auch wenn der Bus mittlerweile schon leerer ist, da sich die Season dem Ende naehert, oder sogar schon vorbei ist.

Dunedin, Studentenstadt, 100,000 Einwohner, wirkt wesentlich groesser als z.B. Muenster, aber auch nur auf den ersten Blick: Hier werden um 5.30 Uhr die Laeden geschlossen, und generell geht nicht so besonders viel. Seit ein paar Wochen hatte ich mich darauf gefreut, ein bisschen was fuer mein Hirn tun zu koennen, und so bin ich, nachdem ich mein Zelt bei Manor Backpackers aufgeschlagen habe, direkt zur Uni gelaufen. Deutschstudium: reine Sprachkurse und zwei Kurse: European History , und History of European Cities, doer so aehnlich. Jedenfalls ein Reinfall. Auch das Englischstudium schien sich auf Einfuehrungskurse zu beschraenken, sodass ich von einem Besuch der Vorlesungen ' Introduction to linguistics' etc. abgesehen habe.

Mein naechstes Ziel: Der University Bookstore. Ich weiss nicht warum, aber seit ein paar Wochen traeume ich fast schon davon, theoretische Buecher zu lesen, linguistische Theorien, alles! Aber auch hier wurde ich bitterst enttaeuscht: es gab ein paar Novels, und das war's. NOCH NICHT EINMAL EINFUEHRUNGSBUECHER! was ist das denn bitte fuer ein studium?!

Mein Alternativprogramm war dann eine ganz schoene Sache: Eco Wildlife Encounters bieten Touren auf der Otago Peninsula an, die einen halben Tag dauern. Im Laufe dieser Tour sieht man eine ganze Menge von Tieren in ihren natuerlichen Lebensraeumen, und das hat sich wirklich gelohnt. Ich habe Albatrosse gesehen, die wirklich sehr beeidnruckend waren. Und Prinz Charles war auch schon da! Ausserdem Unmengen an Seerobben mit kleinen Babyrobben, und Seeloewen, die aber nicht gefaehrlich aussahen. Und yello-eyed Penguins, die vom Aussterben bedroht sind, und meiner Meinung nach auch zu recht: Zur Zeit haben sie die Mauser, und verbringen einen ganzen MONAT damit, ziemlich unbeweglich an einer Stelle zu sitzen und sich zu rupfen. In dieser Zeit fressen sie nicht. In den restlichen 11 Monaten des Jahres sind sie unsozial und bauen nur Nester, wenn sie ausserhalb der Sichtweite anderer Pinguine sind. Und laufen koennen sie auch nicht richtig. Und fliegen auch nicht. komische Tiere. Aber ganz putzig anzusehen, und die Peninsula selbst sollte man sich auch mal anschauen. Und ich konnte mit Menschen reden, was mir gerade ziemlich fehlt.

22.03.09

Welcome to Paradise







fuer die kenner unter uns: ein bekannter GreenDay-Titel, und nachdem letztens ein 22jaehriger meine skeptische reaktion auf seine feststellung "I grew up on Nirvana" damit erwiderte, er habe schon mit 8 Jahren angefangen, Musik zu hoeren, eine gute Einleitung. Denke ich.

Es ist wieder viel passiert, daher alles ein bisschen gesplittet. Das letzte Wochenende in QT habe ich im Paradies verbracht, denn Paradise ist ein kleiner Flecken Land mitten im Nichts irgendwo hinter Glenorchy im Dart-Valley. Und es war verdammt schoen dort. eigentlich wollte ich wandern gehen, aber der Kanadier, mit dem ich dort war, hat auf einem Bett und Dusche bestanden, und eigentlich bin ich ganz froh darueber: Unsere Huette stand mitten im Wald, ohne Elektrizitaet, dafuer aber mit Kohleofen und heissem Wasser (nachdem man den Ofen gefeuert hatte), der naechste Ort war ueber 10 km entfernt, und kombiniert mit bestem Spaetsommerwetter waren es entspannende, wenn auch viel zu kurze Tage.








Der DartRiver ist ein Gletscherfluss, der sich in viele Arme aufteilt und eine Ebene bildet, in deren Mitte der Mt Alfred liegt. Von dort aus hat man einen besonders guten Blick auf die Trackheads der Great WAlks bzw Walks: Routeburn, Rees-Dart, und noch einer. Hab ich vergessen.Doch nicht. Caples und Greenstone. Die Besteigung des Mt Alfred war also eines der Ziele, ansonsten: morgens wurde ich von einem Riesengetoese mitten im Nirgendwo geweckt, als ca. 50 Leute mit Kameras, LKW's und einem Flayak (Kayak plus Segel), das hinter einen Traktor gespannt war, anrueckten. Nach ca. 2 Stunden voller Geheimnistuerei haben wir dann einen Direktor ausfindig gemacht, Gratis-WAsser eingeheimst und erfahren, dass es sich um eine Werbespotproduktion fuer CAmpbell-Soup handelte.

Auch habe ich Cricket gespielt, da mein Reisegefaehrte eher kommunikativer natur war und so ziemlich alles, was sich im Paradies bewegte, sofort zutextete, darunter auch die englische Familie mit ihren 4 Kindern. Nach einer Stunde 'batting' und 'running' und was auch immer, natuerlich ohne fruehstueck im magen, habe ich die regeln immer noch nicht verstanden, aber ich glaube, es ist ein doofer sport.

Wir haben sowieso viele doofe Sachen gemacht, was aber ganz schoen war: viel mit dem Auto in der Gegend herumgeheizt, ueber Flussbetten und Schottergruben, mit dazugehoerigen Vollbremsungen, E-Turns und was es da so alles gibt, jedenfalls genug, damit ich mich wieder wie 19 fuehlen konnte. Von der 10-meter-klippe kurz vor queenstown bin ich jedoch nicht gesprungen.

Also, schoen war's, aber zu kurz, und auch das Ende hat mich wieder ziemlich enttaeuscht. Ich habe mich ja schon oft ueber die Austauschbarkeit und Oberflaechlichkeit unter TRavellern beschwert, aber es ist doch jedesmal ein komisches Gefuehl, wenn man dann ploetzlich wieder alleine dasteht, ohne sich richtig verabschiedet zu haben. Am gleichen Abend war auch mein Abschied von QT, Helen und Gerald haben mich zum Essen ins Speight's Ale House eingeladen, was ich des oefteren mal morgens gepoutzt habe, es war lecker, ganz nett, aber danach hatte ich schlechte laune und habe diese schlechte laune eingepackt und mit in den magic bus genommen. und bisher bin ich sie noch nicht losgeworden.

15.03.09

Kepler track









































Ich bin mal wieder bescheuert genug gewesen, mir vor ein paar Tagen, als es in Stroemen regnete bzw. in hoeheren Regionen schneite, einen Rucksack mit gefuehlten 30 kg Campingausruestung auf den Ruecken zu schnallen und in die Wolken zu klettern - natuerlich mit einer konstanten Steigung, damit es nicht zu leicht wird, und nicht vorhandener Aussicht.

Aber: am zweiten Tag ist es aufgeklart, und der Kepler war recht grandios, vor allem der alpine Abschnitt, unsere Campingplaetze und das Gefuehl, 4 Tage lang in der Natur zu sein und alles dabei zu haben, was man denn brauchen koennte, inklusive Thermounterwaesche. Die Stimmung war auch gut, und ich bin froh, ein paar Tage 'in the great outdoors' gewesen zu sein, dieses Land erstaunt mich immer wieder. Schade nur, dass man nicht tiefer in die Fiordlands wandern kann! Nun bin ich wieder zurueck im erstaunlich spaetsommerlichen QT, ich werde einfach ein paar Bilder hochladen, anstatt mich in Naturbeschreibungen zu ergehen - spaetestens seit Werther (oder Karl May) weiss man ja, dass das etwas ermuedend sein kann :)

09.03.09

Hasenjagd

QT geht mir langsam ein bisschen auf die Nerven! In den letzten Tagen bin ich immer wieder in die Arme der Polizei gelaufen...Vor ein paar Naechten fuhr ich nach der Nightshift nach hause, als hinter mir auf einmal ein polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene auftauchte. Ich bin, ein wenig irritiert, weiter die Strasse entlanggetuckert, bis mir aufging, dass sonst kein Auto auf der Strasse zu sehen war und der Wagen auch keine Anstalten machte, zu ueberholen - also hoechstwahrscheinlich ich gemeint war. Mein Puls steigerte sich wiedermals, waehrend ich alle mir bekannten potentiellen Verkehrssuenden Revue passieren liess und an den Strassenrand fuhr- was durch den Cop in voller Kampfmonitur, der auf mich zukam, nicht besser wurde. Es war dann aber doch nicht schlimm, No worries, random breath tests, blabla. Also habe ich einen Alkoholtest gemacht und durfte dann nach negativem Ergebnis auch noch die letzten 50 m zum Hostel fahren. Wirklich annoyed wurde ich erst am naechsten Morgen, als ich gegen 4.45 auf dem Weg zur Arbeit erneut von einer Streife kontrolliert wurde...die liessen sich aber dann davon ueberzeugen, dass ich gerade wirklich nicht von einer Party kam.

Vor drei Tagen habe ich dann beim Nightrun meinen ersten Unfall gebaut. Parkplaetze in der City sind rar, und wenn wir nicht vor dem Gebaeude, in dem wir arbeiten, parken koennen, muessen wir den ganzen Kram durch die Stadt tragen. Waehrend ich also auf die kleine Parkluecke zuschoss, dachte ich mir noch, dass es eng werden koennte und ich vielleicht besser rueckwaerts einparken sollte, fuhr dann aber doch rein. und in das Auto hinter mir, in dem dooferweise auch noch die Fahrerin sass, die kaum Englisch sprach. Nachdem Gerald und helen schnell hinzukamen, kam dann auch noch die Polizei - again. ich ahbe aber Glueck gehabt, das andere Auto hat kaum einen Kratzer abbekommen, der Toyota ist eh ziemlich im Eimer, und die Beule in der Hintertuer hat sich selber wieder ausgebeult. Und ich bin ueber Wakatipu Naturally versichert. Lustig war die kleine Party, die sich am Unfallort bildete: Nach 10 Minuten standen bestimmt 15 menschen herum, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten, da in QT wohl nicht allzu viel passiert. Was wieder die Frage nach dem Sinn der Cop-kampfmonitur aufwirft...

Nachdem ich fast 4 Wochen permanent gearbeitet habe, zeigt mein Konto immer noch eine recht ernuechternde Balance, vor allem, da ich eigentlich aeusserst sparsam lebe. Am Freitag habe ich dann keine Lust mehr gehabt, jeden Tag um 4.30 aufzustehen und kein Sozialleben mehr zu haben (dies schien sich als Dauerzustand einzustellen) und habe gefragt, ob ich Sa und So morgen frei haben koennte, UND die tage fuer den Kepler-Track. Jetzt ist genau das eingetroffen, was Mike, mein Lieblingshostelmitarbeiter, schoen zusammengefasst formuliert hat: " they love you as long as you're working, and they get grumpy once you ask for a life."

Ich habe also in den letzten drei Tagen gerade mal 5 Stunden gearbeitet, weil nun auf einmal keine Arbeit mehr da ist...aergerlich. Andererseits: ich konnte mich am Wochenende schoen amuesieren, habe zwar eigentlich nur am Hostel abgehangen und wein getrunken, es war aber trotzdem sehr schoen. Und entspannend. Da ich ja keine Ahnung hatte, dass ich ganz frei habe und nicht nur die Morgende, habe ich natuerlich nichts grosses unternommen. Samstag abend sind wir fuer zwei stuendchen mit dem auto in das Remarkables Skigebiet gefahren, um da den Sonnenuntergang zu sehen, leider war es aber schon dunkel, als wir ankamen...haben dann einige Hasen mit den Scheinwerfern gejagt. Ansonsten tut es gut, einfach ein bisschen zu entspannen und zu schlafen. Im Backpackers ist es auch zur Zeit recht entspannt, ich beginne, mich dort heimisch zu fuehlen, nachdem ich nun tatsaechlich auch mal da bin.

Heute morgen hat es geschneit, diesmal schon bedeutend mehr - natuerlich nur auf den Bergen, aber die Temperaturen sind schon kraeftig gesunken. Fuer morgen sagt der Wetterbericht, dass die schneefallgrenze auf 700 m sinkt und Sturmbooen mit starkem regen erwartet werden. Nicht das guenstigste wetter, um mit dem Zelt in die Berge zu ziehen, zumal Sarah gerade eine Erkaeltung ausbruetet. Haben deswegen heute den Track um einen Tag nach hinten verlegt, obwohl ich nicht weiss, wie meine arbeitgeber das finden werden. ich hoffe einfach, dass das mit dem Track klappt, das Wetter besser wird und wir das Ganze nicht canceln muessen - immerhin haben wir neben dem Campingplatz auch eine teure Nacht in der Huette gebucht, die Kosten werden nicht erstattet. Ausserdem wuerde ich gerne noch eine Woche arbeiten, bevor es weiter geht...

Aber generell habe ich gerade eine ganz positive Grundstimmung, die ich beibehalten moechte, und trage mich nicht mehr mit Gedanken, meinen Flug umzubuchen und dem Niedriglohnlevel zu entfliehen. Auch mein Fuss heilt, nachdem ich die passende Salbe gefunden habe.

04.03.09

no worries...


Das Wetter ist gestern umgeschlagen, auf einmal sind es wunderbare 27 Grad, meine Braeune ist quasi um 100% gestiegen (natuerlich TROTZ LSF 30!), meine Laune wie immer ebenfalls. Ich hab jetzt drei Wochen in QT um, die Tage habe ich per Zufall Sarah in der Stadt getroffen, die beim 25$ Fish'n Chips Menu in Nelson dabei war, und wir werden fuer die naechste Woche den Kepler-Trackin den Fjordlands in Angriff nehmen. Ich bekomme frei, und werde dann im Anschluss viell noch ein paar Tage arbeiten. Sorgen macht mir mein Fuss, der einfach nicht abheilen will.

Mittlerweile fuehle ich mich fast schon heimisch hier...obwohl ich die Tage zaehle, bis ich endlich wieder ausschlafen kann.

Ein Souvenir hab ich mir gestern machen lassen: ein Tragus-Piercing, am Ohrknorpel (Welch fieses Wort!). Wollte ich schon immer haben, seitdem ich das bei Anke gesehen habe, und hier ist es so laecherlich guenstig gewesen, dass der Piercer mich innerhalb von 2 Minuten auf der Bank sitzen hatte. Und es ist sozialvertraeglich. Ein gewisses Mass an Ausdrucksfreiheit sollte man doch noch besitzen duerfen!

01.03.09

We don't mention summer.



Nach ausfuehrlicher Lektuere der Lokalzeitungen in den letzten Tagen -obwohl ich denke, dass der Kiwi an sich beleidigt waere, wenn ich den ueberregionalen Status der Zeitungen anzweifeln wuerde - weiss ich immer noch nicht, was so in der Welt vor sich geht, dafuer bin ich aber um die Erkenntnis reicher, dass man, in bester Fawlty Towers Manier, anscheinend die Tatsache, dass Sommer sein sollte, zu ignorieren hat um bei Laune zu bleiben, und dass NZ an ein paar Stellen einfach noch ein bisschen naiv ist.

Meine Laune ist bei der folgenden Anzeige gestiegen:

FAMILY GAMES ARE THE BEST!! ONLY AT PAINTBALL CENTRAL
YOU CAN SHOOT YOUR MUM OR DAD. OR SHOOT THAT ANNOYING
BROTHER OR SISTER. CHALLENGE THEM A GAME THEY’LL LOVE
IT. ONLY AT PAINTBALL CENTRAL-CROMWELL 0274485399 OR EMAIL
paintballcentral@xtra.co.nz TO BOOK

Immerhin ist noch ein paedogisch-moralischer Fingerzeig vorhanden, indem das 'ONLY' betont wird.

Ansonsten: Die Arbeit ist crazy, letzte Woche war furchtbar, da ich mit der "ich brauche Routine und as long as you work with me we'll do it my way"-Kollegin gearbeitet habe. Die kommende Woche wird noch furchtbarer, da Gerald am WE bei eben jener Kollegin den Papp auf hatte und sie nun, auch zu paedagogischen Zwecken, suspendiert ist, und ich die doppelte Arbeit machen muss. Was heisst, dass ich um fucking 5 Uhr morgens anfange. Immerhin bekomme ich viele Stunden...

Einen freien Tag hatte ich auch, sogar mit Sonne, und den habe ich zum Wandern benutzt. Wenn man Zeit hat, sich die Umgebung anzugucken, ist Queenstown wirklich unglaublich schoen. Und Bier trinken war ich auch, mittlerweile ist es mir auch egal, wenn ich frueh raus muss, und ich versuche, doch ein wenig Zeit noch abends im Hostel zu verbringen. Kontakte und so.

Faszinierend finde ich meine Gespraeche mit den ganz jungen Menschen, im Ernst. Viele kommen hier nach dem Abi hin und sind noch so vollgestopft mit Idealismus, dass ich mich schon direkt aufs Lehrer-werden freue. Obwohl das wahrscheinlich die Ausnahmen sind.

Ansonsten passiert nicht viel. Auf weitere Polizei-Aktionen kann ich auch gerne verzichten. Ich ueberlege, ob ich nicht kurzfristig nach Samoa fliegen soll, das steht aber noch ein bisschen in den Sternen, und ich werde wohl fuer weitere zwei Wochen in QT bleiben. An dieser Stelle vertroeste ich mal wieder ausstehende Telefonate und Emails...tut mir echt leid, aber ich habe in der Tat Stress.

20.02.09

"Is Jason here? Where's Jason?!"


or rather: "Who the fuck is Jason?!"

So dachte ich heute nacht, um ca. 2 Uhr, als ich von der immer lauter und lauter wiederholten Frage aus dem Tiefschlaf gerissen wurde. Bevor ich aber ueberhaupt dachte, erlitt ich fast einen Herzinfarkt, da mein Zelt ploetzlich aeusserst unsanft geoeffnet und ich von einer gefuehlten 10000 Watt Taschenlampe geblendet wurde., waehrend mich die Stimme weiter anschrie.

Die Stimme, weiblich, hoerte sich wirklich ungehalten an und drohte auf einmal auch noch, dass sie von der Polizei sei. Als ich dann anfangen konnte zu denken, wurde ich ziemlich ungehalten und habe ein bisschen rumgeflucht, dass sie mich bitte in Ruhe lassen sollten, ich haette verdammt nochmal keine Ahnung, wer Jason sei, und ausserdem muesste ich um 5 aufstehen und braeuchte meinen Schlaf. Dann verschwand das Licht, wiederholte sich aber an einem anderen Zelt.

Heute morgen dachte ich, dass das ein schlechter Traum gewesen sein muesse, bis sich eben beim Fruehstueck ein Jason zu mir setzte und sich entschuldigte. Er hat irgendein Gerichtsverfahren gegen sich laufen (faelschlicherweise, sagt er), eine Ausgangssperre ab 11 Uhr nachts und bekommt regelmaessig Besuche von der Polizei. Und er hat Frank. Das ist mein Zelt.

Folglich hat er jetzt sein Zelt markiert, ich war eben bei der Polizei, um mich zu beschweren, und hoffe nun, nachts nicht mehr mit Stasimethoden belaestigt zu werden. Das spielt sich wohl alle zwei Tage oder so ab, seit 5 Monaten.

Heute regnets mal wieder, ich hoffe, dass Frank ueberlebt, vor zwei Tagen musste ich mit Hilfe von 10 Brotmessern und einer Rolle Tesafilm eine Not-OP an den Zeltstangen durchfuehren, nachdem mein Zelt einfach kollabiert ist.

Natuerlich uebernimmt R&R Sports keine Garantie, denn: es liegt natuerlich NICHT am Material, sondern daran, wie ich mein Zelt aufbaue. Und da es bei einem Igluzelt ja eine unglaubliche Anzahl an Moeglichkeiten gibt, wie man das Zelt aufbauen koennte, liegt der Fehler eindeutig bei mir.

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Hier eine Bitte: wenn ihr mir Emails schreibt, die ich ja bekanntlich nicht immer schnell beantworte, aber ueber die ich mich sehr freue, koennt ihr mir nicht immer eine mp3 file anhaengen, mit schoenen Liedern? Am Tag meiner Abreise hat sich doch mein neu erworbener 30GB Player scheintot gestellt, sodass ich nun musiktechnisch ziemlich auf dem trockenen Sitze...das ist schlimm. Und der youtube converter braucht sehr sehr lange. ihr wuerdet mich zu einem gluecklicheren Menschen machen!