20.02.09

"Is Jason here? Where's Jason?!"


or rather: "Who the fuck is Jason?!"

So dachte ich heute nacht, um ca. 2 Uhr, als ich von der immer lauter und lauter wiederholten Frage aus dem Tiefschlaf gerissen wurde. Bevor ich aber ueberhaupt dachte, erlitt ich fast einen Herzinfarkt, da mein Zelt ploetzlich aeusserst unsanft geoeffnet und ich von einer gefuehlten 10000 Watt Taschenlampe geblendet wurde., waehrend mich die Stimme weiter anschrie.

Die Stimme, weiblich, hoerte sich wirklich ungehalten an und drohte auf einmal auch noch, dass sie von der Polizei sei. Als ich dann anfangen konnte zu denken, wurde ich ziemlich ungehalten und habe ein bisschen rumgeflucht, dass sie mich bitte in Ruhe lassen sollten, ich haette verdammt nochmal keine Ahnung, wer Jason sei, und ausserdem muesste ich um 5 aufstehen und braeuchte meinen Schlaf. Dann verschwand das Licht, wiederholte sich aber an einem anderen Zelt.

Heute morgen dachte ich, dass das ein schlechter Traum gewesen sein muesse, bis sich eben beim Fruehstueck ein Jason zu mir setzte und sich entschuldigte. Er hat irgendein Gerichtsverfahren gegen sich laufen (faelschlicherweise, sagt er), eine Ausgangssperre ab 11 Uhr nachts und bekommt regelmaessig Besuche von der Polizei. Und er hat Frank. Das ist mein Zelt.

Folglich hat er jetzt sein Zelt markiert, ich war eben bei der Polizei, um mich zu beschweren, und hoffe nun, nachts nicht mehr mit Stasimethoden belaestigt zu werden. Das spielt sich wohl alle zwei Tage oder so ab, seit 5 Monaten.

Heute regnets mal wieder, ich hoffe, dass Frank ueberlebt, vor zwei Tagen musste ich mit Hilfe von 10 Brotmessern und einer Rolle Tesafilm eine Not-OP an den Zeltstangen durchfuehren, nachdem mein Zelt einfach kollabiert ist.

Natuerlich uebernimmt R&R Sports keine Garantie, denn: es liegt natuerlich NICHT am Material, sondern daran, wie ich mein Zelt aufbaue. Und da es bei einem Igluzelt ja eine unglaubliche Anzahl an Moeglichkeiten gibt, wie man das Zelt aufbauen koennte, liegt der Fehler eindeutig bei mir.

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Hier eine Bitte: wenn ihr mir Emails schreibt, die ich ja bekanntlich nicht immer schnell beantworte, aber ueber die ich mich sehr freue, koennt ihr mir nicht immer eine mp3 file anhaengen, mit schoenen Liedern? Am Tag meiner Abreise hat sich doch mein neu erworbener 30GB Player scheintot gestellt, sodass ich nun musiktechnisch ziemlich auf dem trockenen Sitze...das ist schlimm. Und der youtube converter braucht sehr sehr lange. ihr wuerdet mich zu einem gluecklicheren Menschen machen!

17.02.09

Guns'n Roses und die Vanette

Tach,

mir geht's wieder besser, dieses Auslandsleben ist halt ein staendiges Auf und Ab. Aber auch die Sonne hat ihre Finger im Spiel, denn immerhin scheint sie jetzt zumindest tagsueber und waermt die nach wie vor ungewoehnlich kalte Luft ein wenig auf. Nachts schlafe ich allerdings mittlerweile schon im Pullover, und die Remarkables sind weiterhin von einer leichten Schneeschicht bedeckt.

Es gibt eigentlich nichts spannendes zu berichten, ich lebe so jeden Tag vor mich hin, mehr oder weniger im Rhythmus der Arbeit. Die Tage bin ich umgezogen, in ein anderes Hostel. Maria, meine Kollegin, in meinem Alter und ganz normal, hat mir dabei geholfen, sehr lieb. So hatte ich einen Van zur Verfuegung, um mein Zelt und meinen Rucksack zu transportieren... Anscheinend ist Bildung hier nicht sehr beliebt. Ich habe nun schon mehrere Menschen getroffen, die einfach keine Ausbildung oder sowas machen, sondern nach der Schule irgendwo arbeiten, und dann wieder irgendwo arbeiten, Referenzen bekommen etc. So scheint das hier zu funktionieren. So wie hier sowieso alles irgendwie funktioniert. Bemerkenswert. Nur vor der Rezession haben sie Angst. Deswegen heisst das auch direkt rezession und nicht Wirtschafts- oder Finanzkrise. Mein erster Check meiner Kontoauszuege hat mir auch coole Wechselkurse gezeigt, zumeist um die 1:2,5. Nicht so cool: Wenn ich das jetzt so umrechne, bekomme ich noch weniger Lohn!

Dafuer arbeite ich aber richtig viel, meist so um die 6-9 Stunden am Tag, in Split Shifts: Morgens von halb 6 bis ca. 10, und abends auch. Dazwischen habe ich frei, bzw: ich habe noch einen Job in Arrowtown zu erledigen, das ist aber meine Lieblingsarbeit. Seit ein paar Tagen habe ich die Vanette, einen kleinen Van, bei mir am Hostel geparkt (und auchs chon fremdstarten lassen muessen...), und wenn ich dann gefruehstueckt habe oder so, duese ich mit meiner kleinen vanette nach Arrowtown, einer noch viel kleineren niedlichen Goldgraeberstadt. Dort kuemmere ich mich um ein Mini-einkaufszentrum, fege also, poliere eine Mini-Glaspyramide, waessere die Pflanzen und putze die Toiletten. das ist auch nicht so schlimm. dann fahre ich wieder zurueck. Da Arrowtown aber etwas weiter weg ist, verbringe ich zu meist eine Stunde im Auto, hoere einen sehr guten Sender im Radio, der mich stark an Arrow Classic Rock erinnert, und fahre zu den Klaengen von Guns'n Roses etc. durch die beeindruckende Berglandschaft. Meistens kaufe ich dann noch in frankton ein,d a gibbts einen grossen Supermarkt, und mein Tag ist gerettet.

NAchteile der Shifts sind halt, dass ich kaum Zeit fuer mich habe, geschweige denn Zeit, um abends im Hostel zu sein und Leute kennenzulernen. Dabei ist das Hostel supernett, es gibt einen riesigen Garten, in dem man sich das Obst der Saison pfluecken kann, und wieder einmal eine unglaubliche Aussicht ueber Queenstown.

So sehr ich die Tage noch geschimpft hab, ist es gar nicht mal so schlecht, hier ein bisschen Routine zu bekommen. ich habe richtige Lebensmittel! Und ich rede den ganzen Tag Englisch, treffe eigentlich nur Kiwis, meine Arbeitgeber sind superliebe, wenn auch etwas schlichte Menschen, die mir morgens immer Milchkaffee mitbringen, sich um alles kuemmern, und generell sehr easygoing sind. Ich habe mir auch Flipflops, hier Jandals oder thongs genannt, zugelegt, damit ich auch ein bisschen 'schicker' auftreten kann (ohne Scheiss!), ich kann - schon seit ein paar Wochen- die Strasse ueberqueren, ohne wie geblendet stehenzubleiben oder fast ueberfahren zu werden, da ich mich an den Linksverkehr gewoehnt habe, und das beste, ich kann die neuseelaendischen verkehrsregeln. Das heisst nicht, dass ich sie verstehe, aber ich kann nun Autofahren, ohne Unfaelle zu bauen.

Die logik bleibt mir allerdings ein Raetsel: Hier herrscht ja bekanntlich Linksverkehr. Es ist aber beileibe nicht alles einfach spiegelverkehrt. Meine lieblingsregeln betreffen "Rechts vor Links". Ja, das gilt hier auch. Muss man nicht verstehen. Jedenfalls hat der rechts stehende Vorfahrt, es sei denn, jemand ist links, der rechts abbiegen moechte. Dann hat dieser Vorfahrt. Oder: an einer Strasse ist eine Abzweigung, der Linksverkehr geradeaus faehrt durch. Klar, dass die entgegenkoemmende Spur beim rechtsabbiegen auf den verkehr warten muss. Warum in dem Fall, dass der erstgenannte Linksverkehr links abbiegen moechte, aber auf einmal die andere Fahrbahn Vorfahrt hat, erschliesst sich mir nicht. Oder wie man einen Kreisverkehr meistert, in dem man beim Einfahren signalisiert, in welche Richtung man weiterfaehrt, wenn der Kreisverkehr gross und unueberschaubar ist und man sich in jedes potentiell in den Kreisverkehr fahrende Auto hineinversetzne muss, um zu schauen, wer denn nun fahren darf. Ich fahr meistens einfach. Und schimpfe mittlerweile auch schon auf Touristen. :)

So, ich muss, der nightrun, das sind die ganzen Bueros und Laeden, beginnt gleich.

Telfon ist wegen der derzeitigen Schichten eher unguenstig, aber ich melde mich irgendwie. Und da ich hier noch mindestens einen Monat bleibe, freue ich mich antuerlich auch ueber Post:

Deco Backpacker's
52 Man Street
Queenstown

es gibt auch noch ne PO nummer, die werde ich nochmal nachreichen...

12.02.09

Und wieder ein neues Tief...

Vor zwei Tagen war ich noch uebergluecklich ueber die schoenen Zufaelle des lebens, jetzt sind es hier 15 Grad und Regen, waehrend auf der Nordinsel der Sommer tobt. Vor dem Regen kam der ganze Ascherauch aus Australien hier an, wenigstens ist der jetzt weg. Aber 10 Grad waermer und damit auch ein trockeneres, schoeneres Zelt wuerden meine Laune doch steigern. Zudem sagen alle, dass so ein kalter Sommer hier auf der Suedinsel doch ungewoehnlich ist. Pech gehabt! Ich hoffe ja noch, dass das Wetter bald mal ordentlich umschlaegt.

Also, halten wir die schlechten Dinge des Lebens mal fest:

-ich vermisse Martin
-mein Zelt ist nass
-das Wetter ist richtig scheisse
-ich bin muede, da ich immer um 6 arbeiten muss
-aus mir unerklaerlichen gruenden werden meine Augen immer schlechter
-ich treff immer nur Leute fuer einen Tag
-ich bin unentschlossen, was meine Wohnsituation angeht


die guten Seiten des Lebens aber:

-ich bin NICHT in Cromwell
-ich bin in Queenstown
-ich habe Arbeit
-ich koennte in eine WG ziehen
-ich habe ein Zelt

11.02.09

Zufaelle

..gibt es hier auch, und zwar ziemlich coole. Alle sagen andauernd 'cool', mit einer unglaublich bescheuerten Intonation, und 'sweet as". Das sage ich ebstimmt auch bald schon so. Und meine englischaussprache leidet sowieso schon unter rapidem Deutlichkeitsschwund. Aber zurueck zu den Zufaellen.

Gestern war ich ja in Cromwell verabredet, um dort Gemuese zu verpacken. Fuer das Interview sollte ich vorbeikommen, also habe ich meinen Kram ganz zusammengepackt und bin Richtung Cromwell getrampt. Dabei hat mich Helen mitgenommen, die einen sehr suessen Hund hatte. Waehrend der fahrt habe ich dann von meinen Plaenen erzaehlt, auch, dass ich nicht unbedingt in Cromwell arbeiten wolle. Ganz spontan bot sie mir dann an, dass ich fuer ein paar Wochen in ihrer Reinigungsfirma arbeiten koennte, als Urlaubsvertretung, Putzen und Buero. In Queenstown. DAnn hat sie mich noch auf einen Kaffee eingeladen, mir die letzten drei Haeuser des historischen Cromwell gezeigt (der Ort ist WIRKLICH furchtbar!), und mich wieder zurueck nach Queenstown mitgenommen.

Heute morgen habe ich angefangen, ich werde leider momentan nur ca. 5 Stunden am Tag arbeiten koennen, dafuer aber einen Dollar ueber dem Mindestlohn, und das ist hier sehr sehr selten. Putzen an sich ist ja nun nicht wirklich cool, aber auch nicht allzu schlimm. Ich kann umsonst mit der Gondel nach oben zum Skyline fahren, dort ca. 8 Fussballfelder Teppich saugen, Toiletten musste ich zum Glueck noch nicht machen, und sonst so Ferienhaeuser und so. Und das beste: Ich darf mit einem Van durch die Gegend fahren, da in dieser komischen Firma keiner einen ordentlichen Fuehrerschein besitzt.

Und ich rede die ganze Zeit englisch, auch wenn die Angestellten schon etwas seltsam sind. SAgen wir mal: Sie bestaetigen einige Vorurteile. Nickiy, mit der ich heute zusammengearbeitet habe, erinnert mich unglaublich an Annie aus Irland/Camphill. Genau die gleichen Verhaltensmuster, und auch etwas lernschwach: Das ist MEINE Arbeit, Sachen werden immer genau in der gleichen Abfolge gemacht, und alles, was anders ist, nicht, auch wenn's sinnvoll waere, und dann so ein komisches abwehrendes Verhalten...schwierig. Aber damals hab ich ja auch gelernt, damit umzugehen. Jetzt weiss ich wenigstens, wie ich mich am besten verhalte.

Nunja. Wohnen zum zweiten: Bei mir am Hostel sind nur Touristen fuer ein oder zwei Naechte, da lerne ich halt immer nur kurz Leute kennen. Dann koennte ich bei Helens Tochter in die WG in ein winziges Zimmer ziehen, wuerde dort mit Kiwis wohnen, aber halt auch keine anderen Traveller kennenlernen. Ausserdem ist das eine 4er WG mit einem Paerchen, und das muss nicht sein. Oder ich ziehe in eine Lodge, dort koennte ich mir ein Zimmer mit einer Brasilianerin teilen, auch besser als ein Hostel, und mit "Langzeitreisenden". Beide Optionen sind aber eigentlich zu teuer, dann wuerde ich kaum Geld sparen koennen.

Die einzige andere Option waere, in ein anderes Hostel zu siehen, die auch long term accommodation machen, aber ohne gute Preise. Dort wuerde ich dann wohl auch leute haben, die laenger bleiben, muesste aber aus KOstengruenden definitiv einen Monat im Zelt leben. Alles nicht so pralle. Da muss ich nochmal in mich gehen!

09.02.09

Blog this!


Ich bin in Queenstown angekommen, Wanaka war windig und weit weg von den Bergen. Hier gefaellt es mir gerade ziemlich gut, sodass ich kaum Lust habe, mich Richtung Kepler-Track zu bewegen. Die Stadt ist super, die Lage sehr schoen, und alles ganz anders, als ich mir die "Adrenali-Hauptstadt" vorgestellt habe. Schon wieder einer der Kiwi-Superlative. Ich nehm das mittlerweile auch schon an!

Das Foto zeigt die Aussicht aus meinem Zelt, ich kann ueber ganz Queenstown und die Remarkables sehen, genial. Das Hostel, die Hippo-Lodge, ist auch super! Leider spielt das Wetter nicht so ganz mit, ein weiterer Grund, noch ein bisschen in der Stadt abzuhaengen :). Ich habe gerade jobanzeigen gesichtet und werde gleich bei einer job agency vorbeigehen, um das auch mal auszuprobieren.

So, nochmal kurz von spaeter ein nachtrag,d a ich noch ein paar minuten guthaben hier im internetcafe habe und wohl doch nicht in queenstown bleiben kann. eigentlich wollte ich ja in motueka arbeiten, aber da ist alles voll, und ab dem 18. nachzufragen ist mir etwas zu riskant, da ich nun knapp die haelfte meines budgets erreicht habe, und wie immer auf der sicheren seite bleiben mag. also fahre ich morgen nach cromwell, eine stunde von hier entfernt, in jacksons orchard sind anscheinend ein paar stellen frei, aber um das in trockene tuecher zu bringen, muss ich persoenlich vorbeischauen.

ist ein bisschen aergerlich, der reisefuehrer sagt auch nichts gutes ueber cromwell, und eine stadt, die nach cromwell benannt ist, ist fuer einen irlandliebhaber sowieso etwas suspekt. geht alles ein bisschen ueberstuerzt jetzt, von wegen track und so, andererseits regents grad eh nur, und mal abwarten, was mich morgen da erwartet. ich hab eigentlich mittlerweile schon lust, zu arbeiten. hier ist es zwar schoen, aber hier sind fast alle auf der durchreise. im hostel habe ich eben mit zwei amerikanerinnen hauptstaedte-von-laendern-erraten gespielt und habe uebelst abgeloost - gegen amerikaner!- aber zumindest fuer europa hatte ich die nase vorn. was mich wieder an das schoene "reise durch europa" computerspiel aus der schule erinnert, das vor allem anna begeistert hat :).

Also, morgen in die pampa, gott weiss wie lang. ich hab auch keine ahnung, ob ich dann noch erreichbar sein werde, aber: ich melde mich. und bin weiterhin guter dinge!

Der Gletscher

Posted by Picasa

06.02.09

Mein Zelt und ich in Franz Josef

...sind unzertrennlich, ich schaetze meine neue privatsphaere sehr, und seit vorgestern spare ich sogar auch absolut gesehen. dafuer sind hier an der westkueste doch niedrigere temperaturen, und ich stehe vor einer weiteren schweren entscheidung: soll ich mir eine isomatte kaufen oder nicht? Das mag sich nach kinkerlitzchen anhoeren, bedarf aber sorgfaeltiger ueberlegung, denn die faktoren, rentibilitaet, laenge des sommers. gewicht meines gepaecks etc. muessen ebruecksichtigt werden. allerdings habe ich in der letzten nacht trotz meines drei-jahreszeiten-schlafsacks gefroren, und frieren mag ich nicht.

Wir sind also in Franz Josef. Mein Zelt und ich. Ich habe mir in den letzten Monaten so sehr die "wir"-form angewoehnt (etwas, das ich frueher immer verachtet habe), dass es mir sehr schwer faellt, davon loszukommen. So aehnlich wie von Schokolade. Hier gibt es Berge und Gletscher, nach einem kurzen spaziergang gestern bin ich dann heute auf einen 18km Daytrip gegangen, der bis kurz vor den gletscher fuehrte. im gegensatz zu den sonstigen tracks musste ich (ohne mein zelt, diesmal) hier sogar ziemlich viel klettern, mich durch gebirgsbaeche schlagen und an felswaenden entlangtasten. fuer den ausblick hat es sich wirklich gelohnt, und ein paar witzige momente gab es auf der strecke auch, z. B. kam mir an einem der nassen Felswaende ein englischer Herr um die 50 entgegen, der sehr schick aussah fuer den berg. 5 m vor mir verlor er dann das gleichgewicht, landete ziemlich unsanft auf seinem Hintern - und begruesste mich dennoch mit aller englischen hoeflichkeit (und intonation): "Good afternoon! Lovely view, isn't it?".

Auch einen Hollaender habe ich auf dem Berg getroffen, der mir viele abgefahrene schwaenke aus seiner jugend erzaehlt hat, als er durch osteuropa, den nahen osten und marokko bis frankreich/holland getrampt ist. Langsam mag ich Hollaender. und vom 85jaehrigen Farmer aus England, der noch nie in seinem Leben gereist ist. Nachdem seine Frau gestorben ist, dachte er sich, er muesse was in seinem Leben veraendern - und faehrt nun mit seinem Rad, voller Ausruestung und auf Campingplaetzen zeltend um Neuseeland. Mit einem Schnitt von 150 km am Tag, mit 85. Respekt.

Morgen fahre ich weiter, mit dem Bus des Grauens. Ich ergehe mich hier nicht weiter in Verachtung, aber ich mag den Bus nicht. Mal schauen, wo ich mich wieder absetzen lasse. Die Gruppen sind hier auch viel groesser als auf der Nordinsel, und alle so kleine Partymenschen. Ich denke, ich mache noch einen track, dann schaue ich, dass ich nach christchurch komme - morgen koennte ich nach queenstown kommen, und dann plane ich weiter. Wahrscheinlich bleibe ich aber erstmal in Wanaka, vor allem,wenn das Wetter besser wird.

Greymouth war uebrigens wirklich ziemlich grau, es hat geregnet, das Meer war bleiern, der Himmel auch, die Stadt haesslich, und ueber allem lag der penetrante geruch von verbrannter kohle. Das hostel allerdings ("Global Village") war phantastisch, und meine Mountainbiketour durch den Regen, am Strand entlang und durch den Nationalpark, auch nicht schlecht. Falls einer von euch mal plant, hierherzukommen: Mir wurde gesagt, man kann nur die Brauerei-tour (monteiths) machen. Die ist aber exorbitant schlecht, und das anschliessende BBQ schlichtweg widerlich. Aber man kann hier radfahren! Und als es aufklarte, hat mich die Gegend stark an irland erinnert.

die fahrt weiter nach Franz Josef war eigentlich auch ganz cool> die Westkueste ist total zerklueftet, mit den wildesten Felsformationen. Ausserdem haben wir an den Punakaiki, den Pancake Rocks, angehalten. Und an einem Strand, bei dem ich fast von der Flut ueberrascht und vom Bus abgeschnitten wurde. Das war sehr schoen. :)

Ich gehe jetzt zum Hostel zurueck, werde mein im bookexchange getauschtes buch lesen, und dann frueh ins bett gehen - der bus des boesen faehrt morgen um 7.30 ab. Ich weiss nicht, wie es mit phone coverage aussieht, aber ich melde mich bald!

PS: Das Ministerium schreibt, Bewerbungen fuer den Sommer werden erst ab Mitte Maerz moeglich sein. Die aendern auch andauernd alles!

02.02.09

Irgendwie am warten und computercrash

Moin, dann zum zweiten - ich habe ein etwas erschwinglicheres internetcafe aufgetan, das aber dafuer kein skype und ziemlich gehaeuft auftretende pc-probleme hat. meaning: ich muss nochmals tippen, was ich ungerne mache.

ich bin demnach immer noch in nelson, werde morgen richtung greymouth fahren, um entweder nach arthur's pass zum wandern oder richtung fjordlands zum gletscherbesteigen zu fahren. weiss noch nicht. ich wollte mich fuers wwoofing registrieren, da aber der bioladen wegen dem schon erwaehnten obskuren holiday zu hat, wuerde ich dafuer noch laenger bleiben muessen. nelson ist zwar nett und relaxt, das hostel auch ok, und die leute ganz nett, aber accents on the park (und der preis fuer den beklopptesten hostel-namen der welt geht an....yeah, accents on the park!) verlangt aber fuer's campen ripoff-preise: 18 $, ein regulaeres dormbed kostet 20 $, da macht das sparen auch wenig spass. oh, ich fange wieder an, von geld zu reden, ein sicheres zeichen fuer mich, dass ich mich langweile. also muss ich weiter. der bus ist gebucht.

ausserdem gilt fuer nelson das, was anscheinend fuer die ganze suedinsel gilt: der typische 'backpacker' ist weiblich, deutsch, blond, 20 und irgendwie tusig. mein lieblingsexemplar liest in seiner bzw ihrer freizeit die biographie von britney spears. ich glaube, ich werde demnaechst spanisch lernen muessen, das koennen wenigstens nicht so viele. auf die dauer ist es wirklich ermuedend, an jeder ecke deutsche zu treffen...dafuer fahr ich doch nicht ans andere ende der welt!

oh, eine gute nachricht auch noch: meine ird-nummer ist da, das heisst: ich kann offiziell arbeiten! Wenn das mal kein grund zum jubeln ist...

ausserdem braut sich hier was ziemlich uebles am himmel zusammen. bitte kein gewitter! Ich hab doch nur ein hinterhofzelt!

01.02.09

The Sunshine Capital


...nennt sich Nelson, und kann mit 300 Sonnentagen pro Jahr aufwarten. Die Hostelfrau in Takaka sagte, es haette seit Dezember nicht mehr geregnet. Gut fuer mich, Pech fuer Neuseeland, die Landschaft wird auch zusehends trockener.

Ich bin also wieder erfolgrecih in die Zivilisation zurueckgekehrt, obwohl ich mit der Leistung des Internets auch hier nicht einverstadnen bin. Es kann eigentlich nicht sein, dass ich noch nicht mal ein popeliges Bild hochladen. In der Golden Bay habe ich den gestrigen Tag entgegen meinen Plaenen nicht auf dem sofa, sondern auf dem Mountainbike verbracht, auf der Suche nach den goldenen Straenden, auf die ich meine faule Haut zum Braeunen und relaxen legen wollte. Unterwegs traf ich einen mann, der mir - so wie fast alle menschen hier - ersteinmal ein freudiges How're zou enteggengroehlte, um sich dann Sorgen zu machen, ob ich den Weg verloren haette. nachdem ich sagte, dass ich auf der suche nach dem Strand sei, wirkte er leicht verwirrt, murmelte etwas von 'muddy spots', und ich suchte weiter. dann kam ich zufaellig an den PuPuSprings vorbei, angeblich Austrasiens groesste Quellen (und weltweit natuerlich die reinsten, aber den kiwi-superlativen kann man nie so recht trauen, sogar die L&P Limo macht werbung damit, "worldfamous in New Zealand" zu sein :). War trotzdem ganz schoen, und vor allem klar, aber: nicht badezugelassen, sodass ich weitere 15 km zu einem 'beach" fuhr. der entpuppte sich als treibholzlager mit ein paar laermenden neuseelaendischen kids, und ich fuhr erschoepft und etwas gefrustet zum hostel zurueck.

mittlerweile habe ich herausgefunden, dass 'golden bay' nicht von den goldenen straenden, sondern von der goldsuche herstammt. mein fehler, uind anlass, wieder zurueck zu fahren.

zum glueck hat mich eine deutsche mit nach motueka genommen, dann hielt ein maedel, ohne dass ich nur den versuch gemacht haette zu trampen an und hat mir einen lift to the end auf town angeboten, wo ich dann innerhalb von 2 min von einem deutschen, der auch bei mir im hostel war, mitgenommen wurde. an dieser stelle: bitte keine panik, ich trampe nur, wenn es ubedingt sein muss, und nach moeglichkeit nicht alleine. andererseits ist das hier ein ganz normales fortbewegungsmittel, in takaka z.b. gibt es drei strassen in drei richtungen, und an jeder ausfallstelle stehen baenke mit einer art bushaltestellenschild. da ist allerdings kein bus abgebildet, sondern ein nach oben gereckter daumen - ersetzt also den nahverkehr!

Hier in nelson muss ich mir nun weitere gedanken machen, morgen ist schon wieder einer dieser seltsamen feiertage, bei denen alles zu hat, aber nur in einer stadt - und dann auch gleich 15% auf alle dienstleistungen aufgeschlagen werden, also: der Kunde zahlt mit seinem kaffee fuer den erhoehten lohn des arbeiters, nicht etwa der arbeitgeber. verruecktes system. aber mir geht es nun um arbeit, ich denke, ich fahre richtung greymouth, um dann ein bisschen zu wwooffen, um dann...ja, zu arbeiten. bin aber immer noch sehr in urlaubslaune, mag die ganzen komsichen workercommunities in den hostels nicht und moechte noch den rest des sommers nutzen, der ja auch nicht mehr so lange ist. whatever.

auf tracks habe ich gerade nicht so recht lust, erst wieder in den fjordlands, denke ich. ach, der abel: war ziemlich cool, vor allem die beide tage seekayak, auch wenn wir am ersten tag auf einmal mit ueber 20 knoten wind konfrontiert wurden und wirklich alles,alles geben mussten, um nicht ueber bord und quaelend langsam voran zu kommen. das war wirklich schlimm, ich hatte auch moerderangst, da die wellen so hoch waren, unser kayak so klein, und ich ja eh iemr schon ein schisser in punkto meer. der zweite tag war dafuer umso angenehmer, mit klarem, glatten wasser, kleinen babyrobben und moderater anstrengung. auch das laufen war ok, aber der letzte tag auch hier wieder echt an die substanz gehend. die fehlende haben wir dann mit bier gefuellt :)