09.03.09

Hasenjagd

QT geht mir langsam ein bisschen auf die Nerven! In den letzten Tagen bin ich immer wieder in die Arme der Polizei gelaufen...Vor ein paar Naechten fuhr ich nach der Nightshift nach hause, als hinter mir auf einmal ein polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene auftauchte. Ich bin, ein wenig irritiert, weiter die Strasse entlanggetuckert, bis mir aufging, dass sonst kein Auto auf der Strasse zu sehen war und der Wagen auch keine Anstalten machte, zu ueberholen - also hoechstwahrscheinlich ich gemeint war. Mein Puls steigerte sich wiedermals, waehrend ich alle mir bekannten potentiellen Verkehrssuenden Revue passieren liess und an den Strassenrand fuhr- was durch den Cop in voller Kampfmonitur, der auf mich zukam, nicht besser wurde. Es war dann aber doch nicht schlimm, No worries, random breath tests, blabla. Also habe ich einen Alkoholtest gemacht und durfte dann nach negativem Ergebnis auch noch die letzten 50 m zum Hostel fahren. Wirklich annoyed wurde ich erst am naechsten Morgen, als ich gegen 4.45 auf dem Weg zur Arbeit erneut von einer Streife kontrolliert wurde...die liessen sich aber dann davon ueberzeugen, dass ich gerade wirklich nicht von einer Party kam.

Vor drei Tagen habe ich dann beim Nightrun meinen ersten Unfall gebaut. Parkplaetze in der City sind rar, und wenn wir nicht vor dem Gebaeude, in dem wir arbeiten, parken koennen, muessen wir den ganzen Kram durch die Stadt tragen. Waehrend ich also auf die kleine Parkluecke zuschoss, dachte ich mir noch, dass es eng werden koennte und ich vielleicht besser rueckwaerts einparken sollte, fuhr dann aber doch rein. und in das Auto hinter mir, in dem dooferweise auch noch die Fahrerin sass, die kaum Englisch sprach. Nachdem Gerald und helen schnell hinzukamen, kam dann auch noch die Polizei - again. ich ahbe aber Glueck gehabt, das andere Auto hat kaum einen Kratzer abbekommen, der Toyota ist eh ziemlich im Eimer, und die Beule in der Hintertuer hat sich selber wieder ausgebeult. Und ich bin ueber Wakatipu Naturally versichert. Lustig war die kleine Party, die sich am Unfallort bildete: Nach 10 Minuten standen bestimmt 15 menschen herum, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten, da in QT wohl nicht allzu viel passiert. Was wieder die Frage nach dem Sinn der Cop-kampfmonitur aufwirft...

Nachdem ich fast 4 Wochen permanent gearbeitet habe, zeigt mein Konto immer noch eine recht ernuechternde Balance, vor allem, da ich eigentlich aeusserst sparsam lebe. Am Freitag habe ich dann keine Lust mehr gehabt, jeden Tag um 4.30 aufzustehen und kein Sozialleben mehr zu haben (dies schien sich als Dauerzustand einzustellen) und habe gefragt, ob ich Sa und So morgen frei haben koennte, UND die tage fuer den Kepler-Track. Jetzt ist genau das eingetroffen, was Mike, mein Lieblingshostelmitarbeiter, schoen zusammengefasst formuliert hat: " they love you as long as you're working, and they get grumpy once you ask for a life."

Ich habe also in den letzten drei Tagen gerade mal 5 Stunden gearbeitet, weil nun auf einmal keine Arbeit mehr da ist...aergerlich. Andererseits: ich konnte mich am Wochenende schoen amuesieren, habe zwar eigentlich nur am Hostel abgehangen und wein getrunken, es war aber trotzdem sehr schoen. Und entspannend. Da ich ja keine Ahnung hatte, dass ich ganz frei habe und nicht nur die Morgende, habe ich natuerlich nichts grosses unternommen. Samstag abend sind wir fuer zwei stuendchen mit dem auto in das Remarkables Skigebiet gefahren, um da den Sonnenuntergang zu sehen, leider war es aber schon dunkel, als wir ankamen...haben dann einige Hasen mit den Scheinwerfern gejagt. Ansonsten tut es gut, einfach ein bisschen zu entspannen und zu schlafen. Im Backpackers ist es auch zur Zeit recht entspannt, ich beginne, mich dort heimisch zu fuehlen, nachdem ich nun tatsaechlich auch mal da bin.

Heute morgen hat es geschneit, diesmal schon bedeutend mehr - natuerlich nur auf den Bergen, aber die Temperaturen sind schon kraeftig gesunken. Fuer morgen sagt der Wetterbericht, dass die schneefallgrenze auf 700 m sinkt und Sturmbooen mit starkem regen erwartet werden. Nicht das guenstigste wetter, um mit dem Zelt in die Berge zu ziehen, zumal Sarah gerade eine Erkaeltung ausbruetet. Haben deswegen heute den Track um einen Tag nach hinten verlegt, obwohl ich nicht weiss, wie meine arbeitgeber das finden werden. ich hoffe einfach, dass das mit dem Track klappt, das Wetter besser wird und wir das Ganze nicht canceln muessen - immerhin haben wir neben dem Campingplatz auch eine teure Nacht in der Huette gebucht, die Kosten werden nicht erstattet. Ausserdem wuerde ich gerne noch eine Woche arbeiten, bevor es weiter geht...

Aber generell habe ich gerade eine ganz positive Grundstimmung, die ich beibehalten moechte, und trage mich nicht mehr mit Gedanken, meinen Flug umzubuchen und dem Niedriglohnlevel zu entfliehen. Auch mein Fuss heilt, nachdem ich die passende Salbe gefunden habe.

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