27.05.09

I'm leaving on a jetplane


..und ich bin ziemlich froh, dass ich lebendig und in Te Puke bin, und mit einem regulaeren Bus nachher nach Auckland zum Flughafen fahre. Die Animositateten der letzten Tage sind zwar nicht ganz vergessen, aber heute morgen war ich doch ein wenig traurig, da ich nicht nur furchtbare, sondern auch ziemlich viele furchtbar nette Menschen hier getroffen habe, die mir auch fehlen werden. Selbst Robert und Sue sind noch vorbeigekommen, um sich zu verabschieden..nunja, meine Traenen sind getrocknet.


Da mein Bus erst nachmittags faehrt, blieb also nur noch die Frage, wie ich nach Te Puke kommen sollte, da alle in irgendeinem Orchard waren. Jenny konnte mich nicht bringen, hitchen wollte ich nicht, da bot sich Eine Gehirnzelle Auf Zwei Beinen Ashton (oder auch Ashley) an, mich in die Stadt zu fahren, nettes Angebot, also habe ich dankend angenommen. Nach ca. 200 m regten sich erste Zweifel, ob das meinerseits so schlau gewesen ist, denn Ashton stellte sich auch noch als unglaublich schlechter Autofahrer heraus, der meine dezenten Hinweise mit den Worten "You're German, you don't mind if I"m driving fast" niederschlug.



Im Laufe der naechsten 5 Minuten stellte sich dann heraus, dass er eben gefeuert worden war, da er gestern tripping weed geraucht hatte und Schlaftabletten nehmen musste, um "runterzukommen", und dementsprechend mal wieder verpennt hatte. Dann erzaehlte er mir begeistert von seiner Karriere als Rennfahrer in illegalen Autorennen in Auckland, als ploetzlich direkt vor mir, also auf der Beifahrerseite, eine Flasche in die Windschutzscheibe einschlug.


Ich hatte ca. 1 Sekunde Zeit mich zu freuen, noch am Leben zu sein, da die Flasche nicht durchging, dann schleuderte Ashton das Auto herum und drueckte das Gaspedal durch, um die "Motherfucker" zu jagen, die die Flasche geschleudert hatten.



Ich habe ziemlich viel geschrieen und fast geheult, bis der Idiot sich wieder beruhigt hatte und angehalten hat. Soviel dann dazu, dass es sicherer ist, mit Leuten zu fahren, die man kennt. Ich lobe mir meinen Bus, freue mich des Lebens (tatsaechlich!), habe auch seit gestern ungebrochen gute Laune, zumal Sarah ebenfalls einen Flug nach Tonga gebucht hat und wir ein paar Tage zusammen Urlaub machen koennen! Yeha! Und tatsaechlich, ich werde schon ein paar der Menschen hier vermissen...trotz all meiner Wut. Ich melde mich, bis dahin!

24.05.09

noch maximal zweimal schlafen...

...und ich kann Te Puke hinter mir lassen. Die letzte Woche war gut, was die Kiwis betrifft, die Sonne schien, wir haben einigermassen regelmaessig geerntet und dementsprechend zum ersten Mal ein wenig Geld verdient. Dennoch an dieser Stelle ein grosses Dankeschoen nach Deutschland fuer die Finanzspritze, die ich sehr gut gebrauchen kann, denn ich werde vermutlich schon morgen oder spaetetstens uebermorgen von hier verschwinden, nicht nur, weil es wieder einmal in Stroemen regnet und es nicht nach Besserung aussieht.

Ich habe vor einiger Zeit einmal gesagt, dass ich die Brasilianer alle sehr nett und herzlich finde. Leider - und mir ist bewusst, dass ich hier pauschalisieren koennte -gibt es auch ein paar negative Charakterzuege, zu denen vor allem eine Tendenz zum hinterhaeltigen konflikte-zuspitzen und anschliessenden Konfrontationen aus dem Weg zu gehen zaehlen.

Gestern, nach einer guten Woche, in einem perfekten Orchard, haben die Brasilianer mal wieder sehr langsam gearbeitet, nicht nur aufgrund exzessiven Cannabiskonsums. Und wir deutschen -ja, wir stehen leider in solch einer Nationalitatenopposition, da unsere Gang nicht sehr durchmischt ist - haben am Ende des Tages gesagt, dass wir das nicht verstehen koennen und es vor allem unfair finden, da wir uns letztlich auch fuer deren Lohn den Ruecken zerstoeren- woraufhin dann Leo vollkommen ausgerastet ist, ich habe echt ein wenig Angst bekommen. All das mal wieder vollkommen aus dem Nichts heraus, weil die Kommunikation ja leider nicht funktioniert. Zu guter Letzt haben wir dann auch noch herausgefunden, dass diese Idioten absichtlich langsam arbeiten und ihre Koerbe in die Wagen der anderen Gangs entleeren, um uns zu aergern. Aus purer Bosheit. Und dabei sind sie diejenigen, die am lautesten schreien, wenn es um den ach-so-teuren lebensunterhalt in NZ geht.

Das war der letzte Tropfen. Ich werde kein Wort mehr mit ihnen wechseln, die Stimmung hier im Big Brother Haus ist mies wie nie zuvor, und mir tun nur die Leute leid, die hier noch laenger bleiben muessen und mit diesen kindischen Schwachmaten zusammenarbeiten muessen. Ich denke, ich werde stattdessen vor meinem Urlaub noch eine kleine Auszeit nehmen.

19.05.09

eine Woche Sonnenschein

ist das, was ich brauche, damit ich nicht mit meinem Zelt nach Tonga fahren muss. Ich habe auch die Befuerchtung, dass in den letzten zwei Wochen der Saison, in denen ich schoen Urlaub mache, alles gepflueckt wird, aber das konnte ja keiner ahnen. Meine Laune schwankt hin und her, ich mag die Leute immer noch sehr gerne, natuerlich auch mit kleinen Ausnahmen, ich lerne hier zumindest in interkultureller und zwischenmenschlicher Hinsicht eine ganze Menge, habe viel zu lachen und ein Bett. So lassen sich vielleicht die positiven Aspekte zusammenfassen. Das Kiwifruitpfluecken lukrativ ist, kann ich aber nun leider ganz und gar nicht bestaetigen.

in 7 Tagen muss ich mich also von Te Puke und den Menschen hier trennen, wobei mir wohl vor allem Dianah echt fehlen wird, aber so ist das nunmal. Dafuer: sehe ich Tonga. Da Geographie ja nun nicht jedermanns Staerke ist, hier ein bisschen Info -was auch meine Laune steigern wird. Die Quelle ist natuerlich Wikipedia :)

Das Königreich Tonga (tongaisch: Puleʻanga Fakatuʻi ʻo Tonga, englisch: Kingdom of Tonga) ist ein Inselstaat im Südpazifik. Der Archipel umfasst die 169 früher auch Freundschaftsinseln (englisch: The Friendly Islands) genannten Tongainseln, von denen nur 36 bewohnt sind, sowie die beiden Minerva-Riffe. Tonga ist der einzige Staat in Ozeanien, der nie von Europäern kolonialisiert wurde.


Und: es ist zwar Winter in Tonga, dafuer aber trotzdem warm! So! Wuenscht mir trockenes Wetter in den naechsten Tagen!

12.05.09

frustrating...

http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&objectid=10571661

und so weiter. ich denke, dass der winter hier wohl eher regenzeit ist! Bis bald!

10.05.09

Picknick

Heute: schien die Sonne, was eine grosse Ausnahme ist, denn der Winter scheint hier in NZ monsunartig zu sein. Statt nun aber die Zeit zu nutzen, um ein paar Kiwis zu ernten, haben wir in der Sonne rumgesessen und gewartet und gewartet. Gegen 12 sind wir dann zum Orchard gefahren, mit 5 Autos, 25 Leuten und 2 LKW's. Der Orchard war auch nur geschmeidige 90 Minuten mit dem Auto entfernt, logisch also, so spaet loszufahren, da man ja wirklich lange, bis ca 16.30 Uhr, arbeiten kann, da es mittlerweile sehr frueh dunkel wird.

Als wir dann endlich ankamen, fing es natuerlich an zu regnen, dann wurde noch eine Stunde diskutiert, ob die Fruechte noch trocknen, was natuerlich nicht der Fall war, und dann sind wir wieder zurueckgefahren, sodass ich gegen halb 4 wieder auf der Farm war. Die Traktoren sind nun natuerlich noch in Opotiki, was genial ist. Fuer den Fall, dass es nun morgen hier gutes Wetter gibt, koennen wir leider nichts schaffen, da keine Maschinen da sind. Wenn ich reich werden wollte, wuerde ich nach NZ auswandern und ins Kiwigeschaeft einsteigen, ich wuerde ohne Konkurrenz sein, da ich ein bisschen nachdenken kann. Und Dinge organisieren.

Immerhin haben wir von der letzten Farm viele Avocados behalten, mit denen sich leckere Picknickbrote machen lassen, und ich bin mit meinen Lieblingstraktorfahrern im Auto gefahren, die mit mir die Scenic Route entlanggekurvt sind und noch ein paar Fotostops eingeschoben haben, denn das Wetter war nachher natuerlich wieder schoen - so wie immer.

Bin mit Dianah im Anschlusssogar noch in den mittlerweile doch recht kuehlen Pazifik gesprungen, hab es aber nur 5 Minuten im Wasser ausgehalten. Und ich habe Treibholz gefunden. Und mir Bier gekauft. Das werde ich jetzt trinken. Organisierte Gruesse!

09.05.09

Staying in line...staying in line...ah ah ahhh ahhhh

...staying in liiiine, singen wir den ganzen Tag vor und hin, waehrend wir Kiwis pfluecken, gruene und gelbe und goldene und grosse und kleine und schrumpelige und...ach, diese ganzen Reize, die mich tagteaglich ueberfluten. Die Arbeit waere okay, wenn nicht immer wieder die mangelnde Organisationsfaehigkeit der Kiwis stoerend auffallen wuerde: Mal sind keine Traktoren da, mal keine bins, und seit zwei Tagen arbeiten wir in einer Riesengruppe von 21 Leuten, von denen 12 neu angefangen haben, stehen uns gegenseitig auf den Fuessen herum, streiten uns konstant, und haben generell wenig gute Laune - alles nur, weil ein Trecker nicht repapriert wird. Es ist schon ein wenig unfair uns gegenueber, die wir schon seit langer Zeit hier ausharren, um zu arbeiten, und unsere eigenen Kaempfe um Systematik und so schon lange gefcohten haben, nun wieder mit den Leuten hier arbeiten zu muessebn, die nicht nur langsam, sondern auch noch daemlich sind. Aber: ich rege mnich offiziell nicht mehr auf, versuche auch nicht mehr, irgendetwas zu organisieren, weil ich sonst direkt wieder angekackt werde, und sage mir den ganzen Tagen "It's only kiwifruit". Aergerlich nur, dass es dabei halt auch um eine Menge Geld geht.

Die erfreulicheren Dinge sind unsere unglaublich netten, menschlichen Treckerfahrer, Robert und Craig, die ich beide ueber alles liebe. Sie sind beide zwischen 40 und 50 und einfach wahnsinnig tolle Menschen, die mich ueber jeden Tag retten. Also geht's mir eigentlich gut. Auchw erde ich gelegentlich fuer eineBritin gehalten, oder fuer einen Pom, wie man hier so sagt. Das schmneichelt natuerlich auch dem Ego. Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten: Es regnet immer, zwischendurch arbeiten wir mal, gestern war ich mit den beiden anderen Deutschen in Rotorua, dort regnete es auch...so ist das halt. Immerhin bekomme ich Oberarmmuskeln und werde wie ein cookiegesaettigter Hulk nach Deuthscland zurueckkehren - ich hoffe, ihr freut euch schon!