...sind unzertrennlich, ich schaetze meine neue privatsphaere sehr, und seit vorgestern spare ich sogar auch absolut gesehen. dafuer sind hier an der westkueste doch niedrigere temperaturen, und ich stehe vor einer weiteren schweren entscheidung: soll ich mir eine isomatte kaufen oder nicht? Das mag sich nach kinkerlitzchen anhoeren, bedarf aber sorgfaeltiger ueberlegung, denn die faktoren, rentibilitaet, laenge des sommers. gewicht meines gepaecks etc. muessen ebruecksichtigt werden. allerdings habe ich in der letzten nacht trotz meines drei-jahreszeiten-schlafsacks gefroren, und frieren mag ich nicht.
Wir sind also in Franz Josef. Mein Zelt und ich. Ich habe mir in den letzten Monaten so sehr die "wir"-form angewoehnt (etwas, das ich frueher immer verachtet habe), dass es mir sehr schwer faellt, davon loszukommen. So aehnlich wie von Schokolade. Hier gibt es Berge und Gletscher, nach einem kurzen spaziergang gestern bin ich dann heute auf einen 18km Daytrip gegangen, der bis kurz vor den gletscher fuehrte. im gegensatz zu den sonstigen tracks musste ich (ohne mein zelt, diesmal) hier sogar ziemlich viel klettern, mich durch gebirgsbaeche schlagen und an felswaenden entlangtasten. fuer den ausblick hat es sich wirklich gelohnt, und ein paar witzige momente gab es auf der strecke auch, z. B. kam mir an einem der nassen Felswaende ein englischer Herr um die 50 entgegen, der sehr schick aussah fuer den berg. 5 m vor mir verlor er dann das gleichgewicht, landete ziemlich unsanft auf seinem Hintern - und begruesste mich dennoch mit aller englischen hoeflichkeit (und intonation): "Good afternoon! Lovely view, isn't it?".
Auch einen Hollaender habe ich auf dem Berg getroffen, der mir viele abgefahrene schwaenke aus seiner jugend erzaehlt hat, als er durch osteuropa, den nahen osten und marokko bis frankreich/holland getrampt ist. Langsam mag ich Hollaender. und vom 85jaehrigen Farmer aus England, der noch nie in seinem Leben gereist ist. Nachdem seine Frau gestorben ist, dachte er sich, er muesse was in seinem Leben veraendern - und faehrt nun mit seinem Rad, voller Ausruestung und auf Campingplaetzen zeltend um Neuseeland. Mit einem Schnitt von 150 km am Tag, mit 85. Respekt.
Morgen fahre ich weiter, mit dem Bus des Grauens. Ich ergehe mich hier nicht weiter in Verachtung, aber ich mag den Bus nicht. Mal schauen, wo ich mich wieder absetzen lasse. Die Gruppen sind hier auch viel groesser als auf der Nordinsel, und alle so kleine Partymenschen. Ich denke, ich mache noch einen track, dann schaue ich, dass ich nach christchurch komme - morgen koennte ich nach queenstown kommen, und dann plane ich weiter. Wahrscheinlich bleibe ich aber erstmal in Wanaka, vor allem,wenn das Wetter besser wird.
Greymouth war uebrigens wirklich ziemlich grau, es hat geregnet, das Meer war bleiern, der Himmel auch, die Stadt haesslich, und ueber allem lag der penetrante geruch von verbrannter kohle. Das hostel allerdings ("Global Village") war phantastisch, und meine Mountainbiketour durch den Regen, am Strand entlang und durch den Nationalpark, auch nicht schlecht. Falls einer von euch mal plant, hierherzukommen: Mir wurde gesagt, man kann nur die Brauerei-tour (monteiths) machen. Die ist aber exorbitant schlecht, und das anschliessende BBQ schlichtweg widerlich. Aber man kann hier radfahren! Und als es aufklarte, hat mich die Gegend stark an irland erinnert.
die fahrt weiter nach Franz Josef war eigentlich auch ganz cool> die Westkueste ist total zerklueftet, mit den wildesten Felsformationen. Ausserdem haben wir an den Punakaiki, den Pancake Rocks, angehalten. Und an einem Strand, bei dem ich fast von der Flut ueberrascht und vom Bus abgeschnitten wurde. Das war sehr schoen. :)
Ich gehe jetzt zum Hostel zurueck, werde mein im bookexchange getauschtes buch lesen, und dann frueh ins bett gehen - der bus des boesen faehrt morgen um 7.30 ab. Ich weiss nicht, wie es mit phone coverage aussieht, aber ich melde mich bald!
PS: Das Ministerium schreibt, Bewerbungen fuer den Sommer werden erst ab Mitte Maerz moeglich sein. Die aendern auch andauernd alles!
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