So, nun kann ich endlich ein wenig schreiben, nachdem ich mich gestern im grossen Jetlag-und-ueberhaupt-Depressionstief befunden habe und nur wieder nach Hause wollte. Eigentlich sollte dies alles ja ganz super anfangen, aber meine Stimmung ist immer noch nicht viel besser. Also: Schreiben oder Nicht-Schreiben!
Ich bin nach langem Flug in Auckland angekommen, an sich waren die Rahmenbedingungen alle sehr guenstig: der erste Flug war nur zu einem Fuenftel belegt, sodass ich mich zwar hinlegen, aber leider nicht schlafen konnte. Ueber meinen "carbon footprint", wie es so schoen heisst, moechte ich aber bei der Auslastung lieber nicht nachdenken. Der Anschluss nach Auckland war noch besser, da die Maschine voellig ueberbucht war, durfte ich in die erste Klasse umsiedeln. Die Frau hinter mir kommentierte das im besten Muenchener Dialekt mit "das ist ja der Hammer!", allerdings wiederholte sie dies auch eine halbe Stunde lang. Egal. Ich konnte jedenfalls super schlafen.
Seoul war uebel, ein gigantisches Shopping-Centre ohne Ausgang, und das 6 Stunden lang. Ich bin ja nun eh nicht begeistert von Einkaufstempeln, besonders, wenn sie nur Luxusgueter verkaufen. Wenigstens gab es super Essen, k.A. was es war. Wachteleier mit Seetang und Suppe und Reis oder so. Schmeckte aber echt prima. (Fuer die Familie: Im Flieger gab es sogar ein leckeres Seaweed-Sueppchen). Aber: ich konnte nicht raus, hatte sowieso Nasenbluten von der KLimatisierung, und die Koreaner gingen mir schon waehrend des Fluges gehoerig auf die Nerven. Komische Leutchen. Ich werde mir das noch mal ueberlegen mit den koreanischen Wochen nachher. Die Frauen laecheln alle und nicken immer demuetig, verrichten auch sonst alle Arbeiten, z.B. den Boden von Hand wischen und herumstehen und andauernd rumraeumen ( wobei ich ca. 50 Leute fuer einen Duty/Free allerdings fuer uebertrieben halte), und die Maenner stehen immer nur als "Ueberwacher" daneben- oder dahinter. Ekelhaft. So auch im Flieger. Und hier. Immer dieses Gekluengel.
Jedenfalls hatte ich es dann endlich geschafft, sogar durch die ca. 2 Stunden dauernde Bio-Hazard Kontrolle, um dann festzustellen, dass nix mit frischer Luft ist: hier ist es megaschwuel, dabei scheint noch nicht mal die Sonne. Ist aber wohl nicht immer so, zumindest nicht so extrem. Dann mein Hostel: gut gelegen, aber das ist auch so der einzige Pluspunkt.
Mein "Zimmer" ist ca. 4 qm gross, und besteht aus einem Bretterverschlag am Eingang, der zudem noch vor kurzer Zeit mit einer absolut uebelriechenden Farbe gestrichen wurde und keine Lueftungsmoeglichkeiten als den Spalt, der oben nicht schliesst hat. Also> Hitze, schwuel, Gestank, keine Luft, Laerm, unfreundliche (koreanische) Dauerbewohner und andere merkwuerige Gestalten. Zu allem Ueberfluss habe ich dann heute morgen waehrend meiner erfolglosen Suche nach einem Toaster in der Kueche zwei Tauben (!) und einen Haufen krabbelnder Kaefer gefunden und daraufhin beschlossen, draussen zu essen. Die Tochter der Besitzerin macht den ganzen Tag komische Hundegeraeusche, ganz hoch und ganz laut, hoert sich schlimm und gestoert an. Eben habe ich dann gemerkt, dass diese Geraeusche auch in dem Computerspiel, was sie immer spielt, vorkommen...wirklich das uebelste Hostel, in dem ich jemals war.
Auckalnd selber ist gross und auch nicht besonders schoen. Die Menschen hier sind alle blond, braungebrannt, muskelbepackt und durchtrainiert und machen auch den ganzen tag nichts anderes als knapp bekleidet durch die Gegend zu joggen oder mit Surfbrettern im Auto vermutlich zum Strand zu fahren. Ausserdem sprechen sie ein fuer mich arg Konzentration beduerfendes Englisch. Und mich versteht angeblich keiner...
Jetzt ist es doch ein bisschen negativ geworden, dabei hatte ich das gar nicht vor...ich hoffe auf bessere Zeiten.
Mit der Tax-Number gibt es Probleme, sodass ich erst ab in ca. 2 Wochen arbeiten koennte (hoffentlich), aber ich hab mir fuer morgen eine Fahrt nach Pahia gebucht, wo ich dann bis Dienstag bleibe. Noch laenger hier, und ich drehe durch. Ich sitze uebrigens auch in einem koreanischen Internetcafe, wo sich die Tastatur immer wieder umstellt. Ueberhaupt - ausser den Sportlern gibt es hier nur Koreaner. Entschuldigung, aber ich finds echt ein bisschen nervig gerade.
Zu den schoenen Seiten: es ist warm hier, das Meer sieht phantastisch aus, ich war heute sehr viel unterwegs in den Stadtrandgebieten auf dem coast-to-coast-walkway und auf dem Mt. Eden, der hoechste der ziemlich vielen erloschenen Vulkane, auf denen Auckland gebaut ist. Von da aus hat man einen guten Blick ueber alles, und auch in die Tiefe. Zumindest gibt es eine steile, kratertiefe Mulde, wobei ich allerdings eine halbe Studne ueberlegt habe, warum die Archaelogen denn das hier meiner Vermutung nach frueher stehende Kastell ausgebuddelt haben. Ueber die ploetzliche Erleuchtung,d ass Vulkane auch so Krater haben, und Neusseland keine alten Kastelle, war ich dann froh.
Das also war ganz schoen, das andere Hostel, in dem ich wegen trip und tax number war, auch, meine laune steigt zusehends, und vielleicht bin ich nicht doch schon in einem Monat wieder zu Hause.
Wenn der Jetlag vorbeie ist und die Sonne wieder aufgeht, und du Auckland verlassen hast,wird Newzealand mit Sicherheit wunderschön. Grüße Oldies
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